Veronika beschließt zu sterben
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Veronika beschließt zu sterben |
| Autor(en): | Paulo Coelho |
| Originaltitel: | Veronika decide morrer |
| Originalsprache: | portugiesisch |
| Erstveröffentlichung: | 1998 |
| Schlagwörter: | Klinik, Lebensmüdigkeit, Slowenien, Normalität |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Diogenes
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| Umfang dieser Ausgabe: | 256 Seiten |
| ISBN: | 9783257233056 |
| Verweise | |
Veronika beschließt zu sterben ist der Roman von Paulo Coelho, 1998 auf Portugiesisch erschienen, deutsch bei Diogenes. Eine junge Frau in Ljubljana nimmt eine Überdosis Schlaftabletten, überlebt und hört in der Klinik Villete, sie habe nur noch wenige Tage. Angesichts des angekündigten Todes beginnt sie zu leben, zu spielen, zu lieben – und der Tod bleibt aus. Coelho hat eigene Einweisungen in psychiatrische Anstalten in eine Fabel von Normalität und Anderssein übersetzt. Das Buch wurde ein Welterfolg und polarisierte die Kritik zwischen Rührung und dem Vorwurf, Lebenshilfe in Romanform zu sein. Es spielt 1997 und 1998 in Slowenien, einem Land, das der Text selbst als wenig gekannt voraussetzt.
Inhalt
Veronika, vierundzwanzig, schwarzhaarig, Bibliothekarin, hat den Wunsch, Pianistin zu werden, dem sicheren Studium und dem ereignislosen Alltag geopfert. Sie wohnt im Zimmer eines Klosters, dessen Ausgangszeiten ihr erlauben, Liebhaber früh zu verlassen. Am 11. November 1997 nimmt sie Schlaftabletten, schreibt noch einen wütenden Leserbrief, weil ein Zeitungskommentar fragt, wo Slowenien liege, und wacht in Villete auf. Die Ärzte teilen ihr mit, die Tabletten hätten das Herz beschädigt; sie werde in wenigen Tagen sterben. Die Gewissheit, warten zu müssen, ist schlimmer als der erwartete sofortige Tod. Veronika versucht, an Medikamente zu kommen, um nachzuhelfen, und trifft Patientinnen und Patienten, deren Geschichten ihr den Spiegel vorhalten.
Zedka erklärt ihr, Verrücktheit sei keine Krankheit, die man einfach abschaffen müsse; ihre eigenen Schwermutsschübe hängen an einer verlorenen Liebe und an der Statue des Dichters Prešeren. Mari gehörte zur »Bruderschaft« derer, die geheilt sind und bleiben, weil die Anstalt ihnen Freiheit vom Urteil der Stadt gewährt; Panikattacken haben sie hereingebracht. Eduard, Sohn eines Diplomaten, zieht sich in die Schizophrenie zurück, nachdem die Eltern die Malerei zugunsten einer vorgesehenen Laufbahn verboten haben. Veronika erreicht ihn mit dem Klavier, das sie in Villete wieder anrührt. Die beiden verlieben sich. Kurz vor dem angekündigten Tod fliehen sie; am nächsten Tag lebt Veronika noch. Der Chefarzt Dr. Igor hat die Herzsymptome mit Spritzen erzeugt, um seine Lehre vom Gift »Vitriol« – der Verbitterung – zu prüfen: Nur das Bewusstsein des Todes solle das Bewusstsein des Lebens wecken.
Die List wird im Schlussteil als unorthodoxe Therapie enthüllt, nicht als bloßer Sadismus. Veronika darf leben, und das Leben ist nicht mehr die Routine, derentwegen sie sterben wollte. Coelho flicht Datumsangaben, Straßennamen und den Zerfall Jugoslawiens ein, als sei die Geschichte gefunden, nicht erfunden; er tritt selbst als Verfasser eines Zeitungskommentars auf. Eduards brasilianische Jugend spiegelt Coelhos eigene Klinikjahre. Der Roman endet nicht mit einer medizinischen Abrechnung, sondern mit der Behauptung, eine Prise Anderssein sei zum Leben nötig. Wer das für eine Lösung hält, folgt Coelho; wer eine Klinikbeschreibung sucht, findet eine Lehre.
Einordnung
Nach Der Alchimist hat Coelho hier den Stoff der Anstalt genommen und ihn in denselben einfachen Ton übersetzt, der seine Bücher um die Welt getragen hat. Rainer Traub rühmte im Spiegel die verdichtete Lebensbotschaft; Wolfgang Schneider tadelte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Ton der Ratgeber und die holzschnittartige Fabel, alle Patientenbiografien führten auf denselben Anpassungszwang. Umberto Eco sagte in einem Gespräch, das Buch habe ihn berührt. Die Spannung zwischen Weltfrömmigkeit und literarischer Dürftigkeit ist die Wirkungsgeschichte Coelhos in einem Band. Die Nominierung für den International IMPAC Dublin Literary Award und der Platz unter den hundert beliebtesten Büchern der ZDF-Aktion »Unsere Besten« zeigen die Leser, nicht die Feuilletons.
Emily Young hat den Stoff 2009 verfilmt, den Schauplatz nach New York verlegt und Sarah Michelle Gellar als Veronika besetzt; aus Dr. Igor wurde Dr. Blake. Theaterfassungen und Lieder haben die Figur weitergetragen. Gegenüber dem Alchimisten, der die Bestimmung als Reise erzählt, bleibt Veronika in den Mauern einer Klinik und behauptet, das Wunder sei die Umkehr des Willens. Wer Coelho für einen Märchenerzähler der Wüste hält, findet hier die Anstalt; wer eine Psychiatriegeschichte im Sinn von Ken Kesey erwartet, findet eine Fabel vom zweiten Leben.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
