Vielleicht lieber morgen
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Vielleicht lieber morgen |
| Autor(en): | Stephen Chbosky |
| Originaltitel: | The Perks of Being a Wallflower |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1999 |
| Schlagwörter: | Briefe, Schule, Freundschaft, Pittsburgh |
| Sachgebiete: | Jugendroman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Heyne
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| Umfang dieser Ausgabe: | 239 Seiten |
| ISBN: | 9783453199767 |
| Verweise | |
Vielleicht lieber morgen ist der Briefroman von Stephen Chbosky, 1999 als The Perks of Being a Wallflower erschienen. Der fünfzehnjährige Charlie schreibt einem ungenannten Freund, der nicht antwortet, vom ersten Jahr an der Oberschule in Pittsburgh. Chbosky hat J. D. Salingers Der Fänger im Roggen als Anstoß genannt; Charlie bekommt das Buch von einem Lehrer und erkennt sich darin, ohne Holden Caulfield zu werden. Die deutsche Erstausgabe trug den Titel des Lemmas; eine spätere Neuübersetzung von Oliver Plaschka hieß Das also ist mein Leben. Der Band wurde in amerikanischen Schulen immer wieder aus Bibliotheken genommen, weil er Drogen, Selbsttötung und sexuellen Missbrauch nicht umschreibt.
Inhalt
Charlie ist schüchtern, labil und hat den einzigen Freund durch Selbsttötung verloren. Die Tante Helen, die ihm nahestand, ist bei einem Unfall gestorben; Charlie vermisst sie, ohne die ganze Wahrheit über sie zu kennen. In der neuen Schule bleiben die alten Bekannten weg. Er beobachtet, schreibt, weint im Stillen. Dann lernt er die älteren Stiefgeschwister Sam und Patrick kennen, die ihn in eine Gruppe ziehen, die Musik hört, raucht, auf Festen tanzt und ihn zum ersten Mal nicht für unsichtbar hält. Charlie verliebt sich in Sam, die ihn freundlich und eindeutig nicht als Geliebten will, solange er noch der Kleine ist. Patrick, offen homosexuell, hat ein heimliches Verhältnis mit einem Spieler der Schulmannschaft, das ihn demütigt und bindet. Charlie steht dazwischen, hilft, schweigt, nimmt zum ersten Mal Rauschmittel und merkt, dass Teilhabe auch überfordert.
Der Lehrer Bill gibt ihm Bücher, verlangt Berichte, behandelt ihn als jemanden, der denken kann. Die Familie – der Bruder im College, die Schwester in einer Beziehung, die nach Gewalt aussieht, die Eltern, die lieben und nicht hinschauen – bleibt der Hintergrund, vor dem Charlie die Briefe braucht. Er küsst Sam, als sie es zulässt, und weiß nicht, wohin mit dem Gefühl. Patrick küsst ihn betrunken, Charlie lässt es zu und gerät in eine Verwirrung, die der Roman nicht zur Pointe macht. Gegen Ende des Schuljahrs kommen die verdrängten Bilder: Helen hat ihn als Kind missbraucht; die Zuneigung zu ihr und die Tat lagen in demselben Haus. Charlie bricht zusammen und kommt in eine Klinik.
Nach der Entlassung schreibt er weiter, später, in größerem Abstand, dankt er dem unbekannten Empfänger. Sam sagt ihm, er solle teilnehmen, nicht nur zusehen; Charlie versucht es. Chbosky gibt keinen glatten Schluss und keine Lehre, die man an die Tafel schreiben könnte. Die Briefe bleiben die Form, in der ein Junge sich hält, der die Welt in Einzelheiten wahrnimmt und die Zusammenhänge erst spät aushält. Pittsburgh ist Schule, Autobahnbrücke, Mixkassette, kein Sehnsuchtsbild. Der Titel im Original nennt die Vorteile, ein Mauerblümchen zu sein; der deutsche Titel hält die Zögerlichkeit, mit der Charlie in den nächsten Tag geht.
Einordnung
Chbosky hat einen Jugendroman geschrieben, der die heiklen Stellen nicht als Reiz einsetzt, sondern als das, was Charlie nicht sagen konnte, bevor die Briefe da waren. Genau das hat ihn in den Vereinigten Staaten auf die Listen der am häufigsten beanstandeten Bücher gebracht: Eltern wollten ihn aus dem Lehrplan, andere kämpften ihn zurück. Der Vergleich mit dem Fänger im Roggen ist ehrenvoll und schief; Holden klagt die Erwachsenen an, Charlie sucht Anschluss und zerbricht an einem Geheimnis im eigenen Haus. Die Mixkassetten, die Smiths, die Bücher Bills sind Zeitkolorit der frühen neunziger Jahre, nicht die Aussage. Die Aussage ist, dass Teilhabe ohne Sprache in die Klinik führt und Sprache ohne Teilhabe in die Briefe.
2012 kam Chboskys eigene Verfilmung in die Kinos, mit Logan Lerman, Emma Watson und Ezra Miller. Der Film hat Gesichter und den Tunnel, in dem Sam auf der Ladefläche steht; die Briefform, das eigentliche Kunstmittel, bleibt dem Buch. Wer nach 1999 über die amerikanische Oberschule als Ort der Freundschaft und des Verschweigens spricht, spricht hinter Charlies Adressaten; wer das Buch für eine zarte Schulgeschichte hält, hat die Tante und die Klinik nicht gelesen. Der Heyne-Band mit dem älteren Titel hält das Lemma, unter dem das Buch hierzulande zuerst bekannt wurde.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
