Was ist Leben

Erwin Schrödinger · 1944 · Sachbuch, Naturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Was ist Leben
Autor(en): Erwin Schrödinger
Originaltitel: What is Life?
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1944
Schlagwörter: Gen, Ordnung, Thermodynamik, Kristall
Sachgebiete: Sachbuch, Naturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Piper
Erscheinungsort: What is Life?
Umfang dieser Ausgabe: 144 Seiten
ISBN: 9783492211345
Verweise


Was ist Leben? Die lebende Zelle mit den Augen des Physikers betrachtet ist die 1944 in Cambridge erschienene Schrift von Erwin Schrödinger, hervorgegangen aus Vorlesungen am Trinity College Dublin. Deutsch kam sie bei Piper. Sie fragt, wie Ordnung in einem warmen Körper dauert, und gibt der Genetik das Bild vom aperiodischen Kristall.

Inhalt

Schrödinger nimmt die Physik beim Wort und wendet sie auf den Organismus. Die statistische Mechanik erklärt Wärme als Unordnung; das Leben erhält Muster, die sich vererben, gegen diese Unordnung. Das ist kein Vitalismus. Es ist die Behauptung, dass die Zelle Physik benutzt, die das 19. Jahrhundert noch nicht brauchte: Ordnung, die auf einem Code sitzt, klein, stabil, fähig, Information zu tragen. Der aperiodische Kristall ist das Bild dafür: kein sich wiederholendes Gitter, sondern eine Struktur, deren Abfolge Bedeutung hat. Mutation erscheint als Quantensprung in diesem Muster, nicht als Abnutzung. Die Vorlesung ist knapp, bildhaft, polemisch gegen die Faulheit, Leben für grundsätzlich unphysikalisch zu halten.

Das Buch trifft die Biologie, bevor Watson und Crick das Modell bauen. Es sagt nicht DNA, es sagt, dass es ein Molekül geben muss, das vererbbare Differenz als Anordnung speichert. Negentropie, der Organismus, der Ordnung aus der Umgebung zieht: Formeln, die später oft als Esoterik gelesen wurden und im Text als Thermodynamik gemeint sind. Schrödinger schreibt als Emigrant in Dublin, für ein Publikum, das keine Quantenmechanik mitbringt, und als Physiker, der die Wellenmechanik kennt. Die Katze im Kasten ist hier nicht das Thema; das Thema ist, warum Chromosomen nicht zerfallen wie jede warme Anordnung zerfallen sollte.

Die Wirkung ist größer als die Strenge. Molekularbiologen haben das Buch als Anstoß genannt; Historiker haben den direkten Pfad zur Doppelhelix relativiert. Kritik hat den Kristall für zu mechanisch, die Philosophie für zu kursorisch, den Physikerblick für imperial gehalten. Die Stärke bleibt die Frage, die das Fach nicht mehr loswird: Leben ist ein physikalisches Problem, ohne ein bloßes Physikproblem zu sein. Wer nach 1944 Gen sagt und nur Stoff meint, hat den Code übersprungen. Wer nur den Code meint, unterschlägt die Wärme, gegen die er bestehen muss.

Einordnung

Das Buch hat der Biologie des Jahrhunderts eine physikalische Zumutung gegeben. In Die einflussreichsten Werke der Naturwissenschaft: 20. Jahrhundert steht es zwischen Relativität und Doppelhelix: die Frage, bevor das Modell kam. Watson hat die Helix als Wettlauf erzählt; Schrödinger hat gesagt, wonach zu suchen sei. Wer Leben nur als Chemie kennt, hat die Ordnung nicht gelesen; wer nur die Ordnung kennt, unterschlägt, dass sie in Dublin, im Krieg, für Laien formuliert wurde.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Die einflussreichsten Werke der Naturwissenschaft: 20. Jahrhundert (Essay)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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