Die Zukunft des Buches oder warum das Buch elektronischen Medien überlegen ist

Aus Bookpedia

(Unterschied zwischen Versionen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Version vom 20:36, 8. Jul 2008
Denis Diderot (Diskussion | Beiträge)

← Zum vorherigen Versionsunterschied
Version vom 21:16, 8. Jul 2008
Denis Diderot (Diskussion | Beiträge)

Zum nächsten Versionsunterschied →
Zeile 9: Zeile 9:
Kritiker des gesellschaftlichen Wandels blieben indes auch nicht aus. Eine der wohl bekanntesten Kritiken an dem Ende des Buchzeitalters dürfe wohl Neil Postmans Buch [[Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie]] sein, in dem Postmann das Ende des rationalen Denkens durch eine durch die Massenmedien ausgelöste emotionale Bildersprache anprangert. Kritiker des gesellschaftlichen Wandels blieben indes auch nicht aus. Eine der wohl bekanntesten Kritiken an dem Ende des Buchzeitalters dürfe wohl Neil Postmans Buch [[Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie]] sein, in dem Postmann das Ende des rationalen Denkens durch eine durch die Massenmedien ausgelöste emotionale Bildersprache anprangert.
-Im Folgenden soll nun gezeigt werde, dass das Buch als Medium durchaus auch weiterhin seine Daseinsberechtigung behalten wird, weil es als Medium in einigen Punkten dem elektronsichen Medium überlegen ist.+Im Folgenden soll nun gezeigt werde, dass das Buch als Medium durchaus auch weiterhin seine Daseinsberechtigung behalten wird, weil es als Medium in einigen entscheidenden Punkten dem elektronsichen Medium überlegen ist und auch weiterhin unsere Denk- und Vorstellungswelt prägen wird.
= Die Vorteile des Buches = = Die Vorteile des Buches =
Zeile 15: Zeile 15:
== Die Usability oder die Mensch-Medium-Schnittstelle == == Die Usability oder die Mensch-Medium-Schnittstelle ==
- +Häufig wird, wenn es um die Vorteile des Buches geht, betont, dass ein Buch '''ohne Strom funktioniert''' und auch in der Badewanne oder an sonstigen '''für Elektronik weniger geeigneten Orten gelesen''' werden kann. Das ist sicher richtig und ein großer Vorteil des Medium Buch und dennoch fasst dies noch nicht alle Vorteile zusammen, die das Medium im Sinne der Benutzbarkeit an sich hat. So ist das Buch auch einfach '''übersichtlicher'''. Man kann in es '''Lesezeichen''' einlegen, '''Anstreichungen''' machen und durch das '''Durchblättern''' des Buches seine Anstreichungen leicht wieder finden.
 +Zwar lassen sich solche grundlegenden Kulturtechniken wie Anstreichungen und Anmerkugnen auch in elektronischen Dokumenten anbringen, aber sein größtes Vorteil hat das Buch in seiner '''Haptik'''. Das ist nicht nur bloße Nostalgik, sondern hat etwas mit Übersichtlichkeit zu tun. Wenn Sie einmal in einer Bibliothek gewesen sind, werden Sie wissen, wass hier gemeint ist. Eine thematisch aufgestellte Bibliothek bietet auf einen Blick eine physisch haptische Vorstellung von einem Themengebiet, das ein elektronisches Dokument kaum zu repräsentieren mag.
Zeile 28: Zeile 29:
-[Kategorie:Essay]+ 
 +[[Kategorie:Essay]]

Version vom 21:16, 8. Jul 2008

Einleitung oder die These von Ende des Buchzeitalters

In seinem Buch Die Gutenberg-Galaxis. Das Ende des Buchzeitalters (englisch: The Gutenberg Galaxy. The Making of Typographic Man) vertrat schon 1962 Marshall McLuhan die These von einer Ablösung des Buchzeitalters durch die vernetzten elektronischen Medien. Damals hatte der Computer noch gar nicht seine heutige Bedeutung erlangt und das Internet, so wie wir es kennen, gab es noch gar nicht, dennoch glaubte McLuhan sehen zu können, wie das Medium des Fernsehens oder des Radios eine neue Art von Denken hervorriefen. Die These von dem Medium, das die Botschaft selbst ist, war geboren. Denn nach McLuhan kommt es weniger darauf an, was über einen medialen Kanal verbreitet wird, sondern vielmehr wie es verbreitet wird.

Marshall McLuhan folgten einige Theoretiker nach. Norbert Bolz etwa vertrat in seinem Buch Am Ende der Gutenberg-Galaxis. Die neuen Kommunikationsverhältnisse ebenso wie McLuhan die These, dass das linear angelegt Buch und seine bürgerliche Wirklichkeitsdefinition durch eine komplexe Strukturen abbildende Hypertextualität abgelöst werde.

Manuel Castells, der in seinem dreibändigen, monumentalen Werk zur Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur des Informationszeitalters im ersten Band zur Netzwerkgesellschaft diesen Übergang von der Gutenberg-Galaxis zur "McLuhan-Galaxis" versucht hat zu beschreiben, geht sogar noch einen Schritt weiter. Castells glaubt, dass durch die elektronischen Medien zwar in der Tat in den 60er Jahre des 20. Jahrhunderts eine Massenkultur entstanden sei, sich diese aber durch das Internet in eine "interaktive Gesellschaft" (406 ff) gewandelt habe.

Kritiker des gesellschaftlichen Wandels blieben indes auch nicht aus. Eine der wohl bekanntesten Kritiken an dem Ende des Buchzeitalters dürfe wohl Neil Postmans Buch Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie sein, in dem Postmann das Ende des rationalen Denkens durch eine durch die Massenmedien ausgelöste emotionale Bildersprache anprangert.

Im Folgenden soll nun gezeigt werde, dass das Buch als Medium durchaus auch weiterhin seine Daseinsberechtigung behalten wird, weil es als Medium in einigen entscheidenden Punkten dem elektronsichen Medium überlegen ist und auch weiterhin unsere Denk- und Vorstellungswelt prägen wird.

Die Vorteile des Buches

Die Usability oder die Mensch-Medium-Schnittstelle

Häufig wird, wenn es um die Vorteile des Buches geht, betont, dass ein Buch ohne Strom funktioniert und auch in der Badewanne oder an sonstigen für Elektronik weniger geeigneten Orten gelesen werden kann. Das ist sicher richtig und ein großer Vorteil des Medium Buch und dennoch fasst dies noch nicht alle Vorteile zusammen, die das Medium im Sinne der Benutzbarkeit an sich hat. So ist das Buch auch einfach übersichtlicher. Man kann in es Lesezeichen einlegen, Anstreichungen machen und durch das Durchblättern des Buches seine Anstreichungen leicht wieder finden.

Zwar lassen sich solche grundlegenden Kulturtechniken wie Anstreichungen und Anmerkugnen auch in elektronischen Dokumenten anbringen, aber sein größtes Vorteil hat das Buch in seiner Haptik. Das ist nicht nur bloße Nostalgik, sondern hat etwas mit Übersichtlichkeit zu tun. Wenn Sie einmal in einer Bibliothek gewesen sind, werden Sie wissen, wass hier gemeint ist. Eine thematisch aufgestellte Bibliothek bietet auf einen Blick eine physisch haptische Vorstellung von einem Themengebiet, das ein elektronisches Dokument kaum zu repräsentieren mag.

Persönliche Werkzeuge