Aus der Mitte entspringt ein Fluß

Norman Maclean · 1976 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Aus der Mitte entspringt ein Fluß
Autor(en): Norman Maclean
Originaltitel: A River Runs Through It
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1976
Schlagwörter: Fliegenfischen, Brüder, Montana, Trauer
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Fischer Taschenbuch


Umfang dieser Ausgabe: 185 Seiten
ISBN: 9783596950324
Verweise


Aus der Mitte entspringt ein Fluß ist die 1976 erschienene Erzählung von Norman Maclean, im Original A River Runs Through It. Der emeritierte Literaturprofessor in Chicago schrieb sie mit über siebzig Jahren; es war sein erstes erzählendes Buch. Der Satz, mit dem es öffnet – in der Familie habe es keine klare Trennung zwischen Religion und Fliegenfischen gegeben –, ist seither zitierfähig wie ein Sprichwort. Maclean erzählt den Sommer in Montana, in dem die Brüder am Fluss noch beieinanderstehen und einer von ihnen nicht mehr heimkommt. Der schmale Band gilt in den Vereinigten Staaten als eines der großen Bücher über Wasser, Handwerk und das, was sich zwischen Männern nicht sagen lässt.

Inhalt

Der Ich-Erzähler Norman wächst mit dem jüngeren Bruder Paul im westlichen Montana auf, als Söhne eines presbyterianischen Pfarrers, der ihnen das Fliegenfischen als genaue Kunst beibringt: den Wurf, die Geduld, die Demut vor dem Fluss. Der Vater predigt am Sonntag und fischt unter der Woche; beides gehört für ihn zur Ordnung der Schöpfung. Norman geht später an die Universität von Chicago und wird Gelehrter; Paul bleibt in Montana, wird Zeitungsreporter in Helena, trinkt, spielt und gilt am Blackfoot River als der schönste Werfer weit und breit. Zwischen den Brüdern steht Zuneigung, die sich fast nur am Wasser zeigt. Die Mutter hält das Haus, der Vater misst die Würfe, und niemand in der Familie findet die Sprache für das, was Paul nachts tut.

Im Sommer 1937, um den der Bericht kreist, kommen die Brüder wieder zusammen. Norman ist verheiratet mit Jessie; ihre Familie, die Burns, bringt den Schwager Neal mit, einen Städter, der das Fischen verachtet und am Ufer mit einer Frau aus dem Ort posiert, bis die Sonne ihn verbrennt. Paul nimmt Norman mit an geheime Stellen, an denen die großen Forellen stehen. Er fischt, als könne die Schönheit des Wurfs ihn retten; er leiht sich Geld, prügelt sich, und die Polizei kennt seinen Namen. Norman versucht, den Bruder zu halten, ohne ihn zu demütigen, und scheitert an der Höflichkeit, die in dieser Familie Liebe heißt. Der Vater sieht Pauls Talent klarer als dessen Gefahr und bleibt beim Satz, dass Hilfe nur annehme, wer sie wolle.

Am Ende des Sommers wird Paul erschlagen aufgefunden, die Hände zerschlagen, als habe er sich bis zuletzt gewehrt. Der Roman nennt den Täter nicht und erklärt den Tod nicht; er kehrt an den Fluss zurück. Norman fischt später mit dem gealterten Vater, und beide wissen, dass sie Paul nicht verstanden haben, obwohl sie ihn geliebt haben. Der Schluss legt die Stimme des Wassers über die Familie: Unter den Steinen laufen die Wörter, die Geschichten, und der Fluss kommt aus einer Stelle, die älter ist als die Erinnerung. Maclean schreibt das Fischen so genau, dass es Arbeit wird, nicht Landschaftsidylle; die Trauer sitzt in den Wiederholungen, nicht in einer Klage.

Einordnung

Maclean hat aus einem späten, schmalen Buch eine amerikanische Adresse gemacht: an den Westen, an die protestantische Strenge und an die Unfähigkeit, einem Angehörigen beizustehen, ohne ihn zu verraten. Die Prosa ist klar, rhythmisch, oft komisch, wo der Schwager Neal das Pathos stört, und sie weigert sich, Paul zum Märtyrer oder zum Fall für die Moral zu machen. Gegen den großen Gesellschaftsroman der gleichen Jahrzehnte bleibt der Band absichtlich klein: ein Haus, ein Fluss, zwei Brüder. Robert Redfords Film von 1992 mit Brad Pitt als Paul hat die Bilder des Wassers in die Breite getragen und dabei manches von der Härte geglättet; wer nur den Film kennt, kennt die Würfe, nicht den Satz über die Wörter unter den Steinen.

In deutscher Übersetzung von Bernd Samland steht der Titel mit dem ß der älteren Rechtschreibung im Lemma, während neuere Drucke oft »Fluss« schreiben. Das Buch ist keine Anleitung zum Fischen und kein Heimatroman; es ist ein Bericht darüber, dass Können und Güte denselben Menschen nicht retten. Maclean hat später noch über die große Feuersbrunst von Mann Gulch geschrieben; der Ruhm blieb bei diesem ersten Band. Wer nach ihm über Brüder am Wasser spricht, spricht hinter einem Buch, das die Hilfe verweigert hat, ohne die Liebe zu streichen.

Ideen

Dieses Buch hängt an diesen Zetteln.

Trauer (wichtig)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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