Cancel Culture Transfer
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Cancel Culture Transfer |
| Autor(en): | Adrian Daub
|
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2022 |
| Schlagwörter: | Öffentlichkeit, Ächtung, Transfer, Debatte |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kulturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | edition suhrkamp |
| Umfang dieser Ausgabe: | 200 Seiten |
| ISBN: | 9783518127942 |
| Verweise | |
Cancel Culture Transfer. Wie eine moralische Panik gemacht wird erschien 2022 bei Suhrkamp. Adrian Daub untersucht, wie der amerikanische Debattenbegriff »Cancel Culture« – öffentliche Ächtung, Ausschluss aus Vorträgen, Verlagen, Ämtern – nach Deutschland wanderte und hier zur Chiffre einer moralischen Panik wurde. Das Buch erklärt das englische Schlagwort einmal und spricht danach deutsch: nicht über eine Naturgesetz der Netze, sondern über Transfer, Medien, Interessen.
Inhalt
Daub rekonstruiert Fälle, Zeitungsstrecken, die Wanderung von Stanford nach Berlin. Was in den USA oft Streit um Campus und Rassismus war, wird im deutschen Feuilleton zur Erzählung, die Freiheit sei von einer neuen Inquisition bedroht. Der Transfer, so die These, vereinfacht, übertreibt, macht aus lokalen Konflikten ein System. Dagegen hält Daub die ältere deutsche Geschichte von Ächtung, Boykott, Skandal – ohne so zu tun, als sei nichts neu. Der Ton ist ironisch, philologisch, mit der Geduld des Germanisten, der Quellen liest, bevor er klagt.
Unsicher bleibt, wie viel Panik und wie viel reale Machtverschiebung. Kritik nannte Verharmlosung von Einschüchterung, zu viel Medienkritik, zu wenig Opfer der Ächtung. Daub kennt den Einwand und besteht auf der Frage, wer das Wort braucht: oft diejenigen, die Reichweite haben und den Verlust von Deutungshoheit als Tod der Freiheit erzählen. Die Stärke ist die Entzauberung des Imports. Die Schwäche ist die Gefahr, aus jedem Fall Transfer zu machen und den Streit selbst zu dünn zu lassen.
Wer den englischen Titel sucht, findet die Erklärung und dann die deutsche Analyse. Wer nur Freiheit rettet, unterschlägt die Panik als Form. Sanyals Identitti erzählt denselben Streit als Roman; Daub erzählt ihn als Wanderung eines Wortes.
Einordnung
Neben Mounks Falle und Emckes Hass-Essay steht Daub als der, der das Schlagwort historisiert, statt es zu übernehmen. Wer nach 2022 über öffentliche Ächtung spricht, ohne nur amerikanische Campusgeschichten zu kopieren, hat dieses Buch im Rücken. Kulturwissenschaft heißt hier: Transfer beschreiben, nicht Moral verwalten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
