Canzoniere

Francesco Petrarca · 1374 · Versepos


Das Werk
Deutscher Titel: Canzoniere
Autor(en): Francesco Petrarca
Originaltitel: Rerum vulgarium fragmenta
Originalsprache: italienisch
Erstveröffentlichung: 1374
Schlagwörter: Laura, Sonett, Lorbeer, Begehren
Sachgebiete: Versepos
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 400 Seiten
ISBN: 9783150181003
Verweise


Der Canzoniere ist das volkssprachliche Lebensbuch von Francesco Petrarca, über Jahrzehnte gewachsen, in der letzten Ordnung um 1374. Sonette und Kanzonen auf Laura, gesehen an einem Karfreitag in Avignon, geliebt, verloren, nach ihrem Tod weitergesungen. Der lateinische Humanist und der Liebende sind dieselbe Hand. Als Versepos geführt, weil der Zyklus ein Ganzes ist: kein Roman, ein Leben in Wiederholung, bis der Name Laura und der Lorbeer dasselbe Wort sind.

Inhalt

Petrarca ordnet die Gedichte in zwei große Bewegungen: Leben Lauras, Tod Lauras. Dazwischen der Widerstreit von Geist und Begierde, Augustinus gegen das Auge, der Lorbeer des Dichters gegen den Mund der Frau. Laura geht, grüßt, erscheint im Traum; Avignon, Vaucluse, die Landschaft, die Mitwisserin ist. Die Zahlen, die Jahrestage, die Selbstanklage, dass Ruhm und Liebe sich kreuzen: Der Sprecher wird nicht fertig mit sich.

Nach Lauras Tod 1348 – im Pestjahr, das auch Boccaccios Rahmen gibt – ändert sich der Ton, nicht die Bindung. Sie wird zur Fürsprecherin, zum Stern, zur Abwesenden, die genauer ist als die Anwesende. Petrarca streicht, stellt um, baut das Buch als Architektur, die das Ich ausstellt und züchtigt. Wer eine Handlung sucht, findet Wiederkehr desselben Schlags. Wer nur die Wiederkehr sucht, unterschlägt, dass jedes Sonett eine andere Falle stellt.

Der Schluss wendet sich an die Jungfrau, nicht um Laura zu tilgen, um das Begehren zu binden. Ob das gelingt, lässt der Zyklus offen. Die lateinischen Briefe und die Besteigung des Mont Ventoux haben den Humanisten begründet; der Canzoniere hat Europa das Sonett gegeben. Shakespeare hat es gebrochen, indem er es beherrschte; zuerst musste es da sein.

Einordnung

Petrarca hat die Liebe zur kopierbaren Form gemacht. Neben Dantes neuem Leben und der Göttlichen Komödie steht er als der, der das Jenseits nicht mehr braucht, um die Seele zu messen – und der es als Christ nicht loswird. Der Humanismus der Handschriften und der Lorbeer auf dem Kapitol sind dieselbe Ambition.

Man hat ihn zum Erfinder der Neuzeit und zum bloßen Liebessänger gemacht. Wer nur Laura sucht, unterschlägt Cicero. Wer nur den Humanisten sucht, unterschlägt, dass die Canzone ohne das Begehren ein Traktat wäre. Reclam und Hanser haben zweisprachige Ausgaben gehalten. Nach dem Canzoniere ist das europäische Sonett nicht mehr naiv; es weiß, dass es ein Buch ist, das ein Leben ordnet, ohne es zu erlösen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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