Die Dekolonisierung des Denkens
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die Dekolonisierung des Denkens |
| Autor(en): | Ngũgĩ wa Thiong'o |
| Originaltitel: | Decolonising the Mind |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1986 |
| Schlagwörter: | Sprache, Kolonie, Gikuyu, Literatur |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Literaturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | James Currey Ltd
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| Umfang dieser Ausgabe: | 128 Seiten |
| ISBN: | 9788416689446 |
| Verweise | |
Die Dekolonisierung des Denkens (englisch Decolonising the Mind) erschien 1986. Ngũgĩ wa Thiong'o erklärt die Kolonialschule als Herrschaft über die Sprache: Wer in der Sprache des Herrn dichtet, bleibt Knecht, auch nach der Flagge; er selbst kehrt zum Gikuyu zurück. Das Buch hat der afrikanischen Unabhängigkeit das Organon der Sprache gegeben, neben Chinua Achebes Englisch, das erobert, nicht verlassen wird. Es ist Vorlesung, Manifest und Abrechnung in einem schmalen Band.
Inhalt
Ngũgĩ kommt aus der Haft und aus dem Entschluss, nicht mehr auf Englisch zu erzählen. Das Stück Ngaahika Ndeenda (Ich heirate, wann ich will) hatte das Regime unter Kenyatta 1977 zum Anlass genommen, ihn ohne Prozess einzusperren; im Kamiti-Gefängnis schrieb er den ersten Gikuyu-Roman auf Toilettenpapier. Die Schule, die er beschreibt, straft die Muttersprache: Kinder werden für Gikuyu gedemütigt und für Englisch belohnt, bis sie die eigene Zunge mit Rückständigkeit verbinden. Die Literatur der Unabhängigkeit wiederholt die Strafe, indem sie den Londoner Markt bedient und die Nation in der Sprache des Empire erzählt. Ngũgĩ meint Herrschaft, nicht Reinheit: Sprachen der Bauern und der Stadtviertel sind Werkzeuge des Kampfes, keine Folklore, die man hinter Glas stellt. Der Band versammelt Vorträge und Aufsätze, die denselben Satz von der Schule über das Theater bis zur Verlagsökonomie führen.
Gegen Achebe, der Englisch umdreht und in Alles zerfällt die Igbo-Welt in der Sprache des Herrn siegen lässt, setzt Ngũgĩ die Behauptung, dass Umdrehen nicht reicht, weil der Markt und die Schule das Englische schon als Maß der Welt gesetzt haben. Gegen Frantz Fanon, der in Die Verdammten dieser Erde Gewalt und nationale Kultur dachte, setzt er die Sprache als den Schauplatz, der bleibt, wenn die Flagge gewechselt ist. Gegen Kwame Nkrumahs Neokolonialismus der Ökonomie setzt er den Neokolonialismus des Satzes: Rohstoff und Zunge sind dieselbe Knechtschaft in zwei Registern. Amílcar Cabral ruft in der Rückkehr zur Quelle zur Kultur der Bauern zurück; Ngũgĩ ruft zur Sprache zurück, in der diese Kultur spricht, statt sie auf Englisch zu erklären. Die Grenzen liegen in der Härte gegen das Englische, das Achebe und viele Leser brauchen, und in der Gefahr, Muttersprache zur Reinheit zu machen. Ngũgĩ antwortet, dass das Englische nicht unschuldig ist, weil es die Schule war, nicht weil Laute sündig wären.
Die Wirkung ist die eines Bandes, ohne den Dekolonisierung nur Staat und Ökonomie wäre. Achebe widersprach; der Streit ehrt beide, weil er dieselbe Lage – die afrikanische Literatur nach der Unabhängigkeit – an der Zunge entscheidet, nicht am Bekenntnis. Das Englische hat auf dem Markt gesiegt; das Buch hat den Sieg als Problem lesbar gemacht. Spätere Romane auf Gikuyu, darunter Herr der Krähen, haben die Probe am großen Erzählen fortgesetzt, oft in der Übersetzung, die Ngũgĩ selbst ins Englische holte, um den Wechsel zu erklären. Die Kritik nannte Romantik der Muttersprache, Praxisferne gegenüber der Vielsprachigkeit der Städte und einen Ton des Manifests, der die Schule zur Allegorie der Kolonie macht. Geblieben ist die Behauptung, dass Flagge ohne Zunge Knechtschaft bleibt – und die Schulkapitel, in denen diese Behauptung nicht Theorie ist, sondern Erinnerung an die Strafe.
Einordnung
Ngũgĩ hat der afrikanischen Unabhängigkeit die Sprache als Kampfplatz hinterlassen. Neben Achebe, Fanon, Nkrumah und Cabral steht dieser Band als die Behauptung, dass Dekolonisierung am Satz entschieden wird, nicht nur an Verfassung und Rohstoff. Die Wirkung reicht in jede Debatte über afrikanische Literatursprachen und in die spätere Rede davon, wessen Wissen zählt, oft verdünnt zur Forderung, Englisch abzulegen, wo Ngũgĩ Herrschaft meinte. Alles zerfällt bleibt der Roman, gegen den er die Sprache stellte; dieses Buch bleibt die Theorie. Das Englische trägt den Weltmarkt; nach 1986 ist das kein Naturzustand mehr, sondern eine Niederlage, die man benennen kann.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Afrikanische Unabhängigkeit in zehn Büchern (Essay)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
