Die Festung

Lothar-Günther Buchheim · 1995 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Die Festung
Autor(en): Lothar-Günther Buchheim
Originaltitel: Die Festung
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1995
Schlagwörter: U-Boot, Frankreich, Zusammenbruch, Krieg
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Piper


Umfang dieser Ausgabe: 1472 Seiten
ISBN: 9783492244664
Verweise


Die Festung ist der 1995 bei Hoffmann und Campe erschienene Roman von Lothar-Günther Buchheim, Fortsetzung von Das Boot aus dem Jahr 1973. Der Kriegsberichter der Marine erzählt vier Monate des Jahres 1944: nach der Feindfahrt, vor dem Zusammenbruch, von Saint-Nazaire über Berlin, Feldafing, Paris an die Invasionsfront und in den U-Boot-Bunker von Brest. Das Buch ist lang, genau in Häfen, Dienststellen und Gerüchen, und weigert sich, aus dem Untergang eine späte Läuterung zu machen. Buchheim, Maler, Sammler, Autor, hat die eigene Odyssee als Roman ausgegeben und die Geliebte Simone nach der späteren Frau Gwen Militon gezeichnet.

Inhalt

U 96 läuft nach der zweiten Feindfahrt, auf der der Berichter Buchheim mitgefahren ist, in Saint-Nazaire ein. Der Kommandant Heinrich Lehmann-Willenbrock, »der Alte«, wird Flottillenchef in Brest; Buchheim erhält Marschbefehl nach Berlin, sich bei Goebbels zu melden. In der Hauptstadt erfährt er, dass der Verleger Peter Suhrkamp nach einer Denunziation von der Gestapo sitzt. Sein Bericht Jäger im Weltmeer findet trotzdem Wohlwollen und soll trotz Papiermangel erscheinen. Ein Auftrag, Großadmiral Dönitz und die U-Boot-Asse zu malen, verschafft ihm Tage in Feldafing, dann geht es zurück nach Frankreich. Den Beginn der Invasion erlebt er in Paris; von dort schickt man ihn an die Front. Die deutsche Unterlegenheit ist sichtbar, die Niederlage eine Frage der Zeit. Statt sich, wie befohlen, auf ein Schnellboot zu einem Himmelfahrtsunternehmen zu setzen, beruft er sich auf eine Berliner Kommandierung und geht nach Brest zum Alten.

In Brest laufen Boote beschädigt zurück, gelten als vermisst, nach dem 20. Juli wird jeder Zweifel am »Endsieg« gefährlich. Der Alte sagt ihm, die Geliebte Simone Sagot sei vom Sicherheitsdienst verschleppt. Amerikaner haben die Stadt abgeschnitten; ein Boot, U 730, soll Verwaltungsleute nach La Pallice bringen, Buchheim fährt mit, das Boot voll, fast nur noch unter Wasser am Schnorchel. Von La Pallice aus schlägt er sich mit einem Holzvergaserwagen, der »Arche«, einem redseligen Oberbootsmann und einem schweigsamen Fahrer durch Frankreich, über Paris, wo er Simone sucht, zur deutschen Grenze. In Paris hat er ihre Deportation nach Ravensbrück um Tage verpasst; an einem Bahnübergang meint er sie bei einem Massaker zu erkennen, dann ist die Spur weg. Er sieht die Auflösung der Truppe, wird bei einem Luftangriff verwundet.

Im Elsass, in Saverne, stellt er den dorthin geflüchteten Stab des Marinegruppenkommandos West. Die Geschichte endet, als er die Maschinenpistole gegen die Anwesenden richtet und zusammenbricht. Dazwischen stehen Seiten über Bunker, Kantinen, Dienstgrade, über das Meer, das keine Fahne kennt, und über die Sprache der Siegesmeldungen, die nichts mehr deckt. Buchheim beobachtet, malt, schreibt, desertiert im kleinen, gehorcht im großen. Die Festung ist Brest, ist die Atlantikküste, ist das Regime, das noch schießt, während es fällt. Simone bleibt unauffindbar; der Alte bleibt der Mann aus dem Boot, der jetzt einen Hafen kommandiert, der keiner mehr ist.

Einordnung

Nach Das Boot, das den U-Boot-Krieg als Kasten aus Schweiß und Angst erzählte und durch Wolfgang Petersens Film weltbekannt wurde, hat Buchheim den Landkrieg der letzten Monate nachgeliefert: länger, redseliger, bitterer. Der Spiegel schrieb 1995, kein Erlebnisbericht aus den Weltkriegen reiche an die Abmessungen dieser Saga. Die Abmessung ist auch das Problem: Der Roman wälzt Material, Dienstwege, Anekdoten, und der Erzähler bleibt der privilegierte Beobachter, der malen darf, während andere sterben. Eine Abrechnung mit der eigenen Rolle als Kriegsberichter ist das Buch nur zur Hälfte; die andere Hälfte genießt noch das Bild, das sie anklagt.

Wer Buchheim für den Autor eines einzigen Bootes hält, trifft hier den Mann, der 1944 durch ein sterbendes Besatzungsgebiet fährt und am Ende die Waffe gegen den eigenen Stab hebt – eine Geste, keine Politik. Die Nationalsozialisten kommen als Befehl, Denunziation, SD vor, nicht als Idee, mit der der Erzähler je ernsthaft gerungen hätte. Piper hält den Band als dickes Taschenbuch; er bleibt das Mittelstück einer Trilogie, die mit Der Abschied endet. Die Festung fällt, der Beobachter überlebt, und genau dieses Überleben hat Buchheim später zum Museum und zur Legende gemacht. Der Roman zeigt den Preis, ohne ihn ganz zu bezahlen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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