Die Jungfrau von Orleans
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Jungfrau von Orleans |
| Autor(en): | Friedrich Schiller |
| Originaltitel: | Die Jungfrau von Orleans |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1801 |
| Schlagwörter: | Johanna, Frankreich, Berufung, Trauerspiel |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 176 Seiten |
| ISBN: | 9783150000472 |
| Verweise | |
Die Jungfrau von Orleans ist eine romantische Tragödie von Friedrich Schiller, 1801 in Leipzig uraufgeführt. Johanna von Orleans hört die Stimmen, führt den König nach Reims und fällt, weil sie einen Feind liebt, den der Auftrag nicht erlaubt.
Inhalt
In Domrémy, unter dem Druck der englischen Besetzung, tritt Johanna aus dem Hirtenleben, weil die Muttergottes ihr Schwert und Sieg verheißen hat, solange sie keinem Mann gehört. Schiller gibt der Berufung den Ernst einer Sendung, nicht den einer Sage: Johanna erkennt den Dauphin unter den Höflingen, verschmäht den Bräutigam, den der Vater bestimmt hat, und geht ins Lager. Karl VII. zweifelt, die Feldherren spotten, die Schlachten wenden sich, sobald sie das Banner trägt. Die Jungfrau siegt, weil sie nichts Eigenes will – und das Stück prüft, wie lange das gilt.
Vor Reims, nach der Krönung, begegnet ihr Lionel, ein englischer Feldherr. Sie könnte ihn töten und tut es nicht. Die Liebe bricht das Gelübde; die Kraft weicht, das Volk wankt, die Anklage der Hexerei findet Raum, weil die Heilige sichtbar Mensch geworden ist. Schiller erfindet diesen Fall gegen die Überlieferung: Die historische Jeanne d’Arc starb auf dem Scheiterhaufen in Rouen, die poetische Johanna darf nicht als Ketzerin der Kirche enden, sondern als Kriegerin, die sich selbst gerichtet hat. Der Erzbischof, Agnes Sorel, die Hofintrige – sie umgeben eine Figur, deren Schuld nicht der Verrat ist, sondern das Herz.
Im letzten Akt, gefangen und frei, nimmt Johanna das Schwert wieder, sprengt die Fesseln, stürzt sich in die Schlacht und stirbt siegreich, den Himmel vor Augen. Der versöhnliche Tod auf dem Feld ersetzt den historischen Scheiterhaufen: Schiller will die Sendung retten, indem er die Liebende fallen und die Heilige auferstehen lässt. Das Pathos ist groß und gewollt. Wer die Akten der Inquisition sucht, sucht in einem anderen Stück. Wer sieht, wie eine Berufung an einem Blick zerspringt, hat Schillers Johanna verstanden – nicht die von Rouen, die von Leipzig 1801.
Einordnung
Schiller hat die Jungfrau zur tragischen Heldin einer Sendung gemacht und die Geschichte umgeschrieben, damit die Freiheit nicht auf dem Holzstoß endet, sondern im Sieg. Gegen Hamlet, der zweifelt, bis der Hof ausgelöscht ist, handelt Johanna, bis das Herz sie zweifeln lehrt. Gegen Mutter Courage und ihre Kinder, die den Krieg als Geschäft überlebt, stirbt die Jungfrau am Krieg, den sie heiligen wollte. Die Bühnen des neunzehnten Jahrhunderts haben das Stück als Nationalfest gegeben; die späteren haben das Pathos gefürchtet. Wer nach Schiller eine Heilige auf die Rampe stellt, ohne den Bruch des Gelübdes, spielt hinter dieser Tragödie.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
