Die große Verblendung

Amitav Ghosh · 2016 · Sachbuch, Essay


Das Werk
Deutscher Titel: Die große Verblendung
Autor(en): Amitav Ghosh
Originaltitel: The Great Derangement
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2016
Schlagwörter: Klima, Roman, Imagination, Kolonialismus
Sachgebiete: Sachbuch, Essay
Greifbare Ausgabe
Verlag: Blessing


Umfang dieser Ausgabe: 256 Seiten
ISBN:
Verweise


Die große Verblendung. Der Klimawandel als das Undenkbare erschien 2016, deutsch bei Blessing. Amitav Ghosh behauptet, die bürgerliche Erzählung – der ernsthafte Roman der wahrscheinlichen Welt – sei unfähig, die Klimakatastrophe zu denken, weil sie das Unwahrscheinliche, das Kollektive, das Nichtmenschliche aus der ernsthaften Literatur verbannt habe. Der Essay ist Literaturkritik als Zeitdiagnose.

Inhalt

Ghosh schreibt als Romancier, der Stürme und Fluten kennt und sie im »ernsten« Roman kaum unterbringen durfte, ohne Genreverdacht. Die Moderne habe Natur zum Hintergrund gemacht, Geschichte zum Innenleben, Politik zur Nation. Kolonialismus und fossile Wirtschaft gehören zusammen: Dieselben Mächte, die Asien und Afrika als Kulisse nahmen, nahmen die Erde als Vorrat. Der Ton ist klar, mit Beispielen aus der englischen und indischen Literatur, ohne Manifest gegen das Erzählen.

Unsicher bleibt, ob der Roman das Problem ist oder der Markt, der ihn so will. Zukunftsromane und Klimaerzählungen haben inzwischen geliefert, was Ghosh 2016 vermisste; er selbst hat später fiktional nachgelegt. Die Stärke ist die Bindung von Form und Verblendung: nicht Unwissen, Unfähigkeit der seriösen Prosa. Die Schwäche ist die Enge auf eine Gattung, während Reportage und Wissenschaft längst sprachen.

Wer nur Kulturpessimismus sucht, findet Kolonialgeschichte. Wer nur Klima sucht, findet den Roman als Mitschuldigen. Robinsons Das Ministerium für die Zukunft antwortet praktisch auf die Lücke, die Ghosh benennt.

Einordnung

Neben Latours terrestrischer Wende und Malms Eskalation steht Ghosh als der, der die Imagination anklagt, nicht zuerst die Pipeline. Wer nach 2016 über Literatur und Erderwärmung spricht, ohne nur Stoff zu meinen, spricht oft mit diesem Essay. Essayistik heißt hier: die Form prüfen, die das Ungeheuerliche für unseriös erklärt hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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