Gesellschaftstheorie als Begriffsgeschichte
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Gesellschaftstheorie als Begriffsgeschichte |
| Autor(en): | Raymond Williams |
| Originaltitel: | Culture and Society 1780–1950 |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1958 |
| Schlagwörter: | Kultur, Gesellschaft, Industrie, Begriff |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kulturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Syndikat
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| Umfang dieser Ausgabe: | 387 Seiten |
| ISBN: | 9783434300234 |
| Verweise | |
Gesellschaftstheorie als Begriffsgeschichte. Studien zur historischen Semantik von Kultur ist die 1972 bei Syndikat erschienene deutsche Fassung von Raymond Williams’ Culture and Society 1780–1950 (1958). Williams verfolgt, wie im industrialisierten England das Wort Kultur zum Gegenbegriff der Fabrik und zugleich zur Bezeichnung einer ganzen Lebensweise wurde. Das Buch ist die begriffliche Gründung der britischen Kulturforschung, geschrieben von einem, der aus der walisischen Arbeiterklasse kam und Cambridge nicht als Absage an diese Herkunft nahm.
Inhalt
Williams liest Burke und Cobbett, die Romantiker, Matthew Arnold, William Morris, D. H. Lawrence, George Orwell und F. R. Leavis als Stationen eines Streits, der Industrie, Demokratie und Bildung aneinanderbindet. Kultur ist nicht der Rest, der nach der Fabrik übrig bleibt, und nicht nur die hohe Kunst der Wenigen. Sie wird zur Lebensweise einer Gesellschaft, einschließlich der Arbeit, der Sprache, der Unterhaltung. Wer Masse als Gegensatz zu Kultur setzt, hat schon verloren, sagt das Schlusskapitel: Qualität liegt in der Gattung und in der Übung, nicht in der Seltenheit. Die deutsche Übersetzung ist oft holprig, der Titel schwerer als das englische Culture and Society; der Gedanke trägt. Williams schreibt Ideengeschichte von links, näher an den Essayisten als an den Akten, und hält fest, dass Wörter Kämpfe sind, nicht Etiketten.
Gegen Richard Hoggarts The Uses of Literacy, das denselben Wandel als Erfahrung der Nachkriegszeit erzählt, setzt Williams die längere Linie der Begriffe. Hoggart hat das Lesen der Arbeiter; Williams die Semantik, in der Industriegesellschaft und Kultur sich gegenseitig definieren. E. P. Thompson hat die Klasse als Erfahrung geschrieben; Williams schreibt die Wörter, in denen Erfahrung sich versteht. Die Kritik nannte den Kanon zu männlich, zu englisch, die Übersetzung unglücklich, die »ganze Lebensweise« zu weit, um noch zu unterscheiden. Geblieben ist die Definition, die Birmingham zur Losung machte: Kultur als ordinary, als das Gewöhnliche, nicht als Besitz der Gebildeten.
Television bleibt Williams’ späteres Buch über ein Medium; hier gilt nur die Gesellschaft, in der das Wort Kultur politisch wurde. Wer ihn nur als Fernsehtheoretiker kennt, unterschlägt 1958. Wer nur die Parole der Lebensweise kennt, unterschlägt Burke und Morris, den konservativen Schrecken vor der Masse und die sozialistische Hoffnung, Bildung sei nicht Seltenheit. Die Kulturforschung beginnt bei diesem Streit um ein Wort, das zugleich Waffe gegen die Industrie und Name für das Leben in ihr werden sollte.
Einordnung
Williams hat Hoggart die Begriffe gegeben, ohne dessen Erzählung zu ersetzen. Neben The Uses of Literacy und Thompsons Entstehung der englischen Arbeiterklasse steht Culture and Society als der Text, der Kultur von der Elite löste, ohne sie der Industrie zu überlassen. Reinhart Kosellecks Vergangene Zukunft und die Geschichtlichen Grundbegriffe arbeiten am deutschen Wortschatz der Moderne; Williams am englischen von 1780 bis 1950. Die britische Cultural Studies haben in ihm den Ahnen, oft verdünnt zur Formel. Wer nach 1958 über Kultur als Lebensweise spricht, spricht hinter diesem Band – auch wo er Birmingham meint und 1958 nicht aufschlägt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
