Gilgamesch-Epos

- · um 1200 v. Chr. · Epos


Das Werk
Deutscher Titel: Gilgamesch-Epos
Autor(en):
Originaltitel: ša naqba īmuru
Originalsprache: akkadisch
Erstveröffentlichung: um 1200 v. Chr.
Schlagwörter: Freundschaft, Tod, Unsterblichkeit, Uruk
Sachgebiete: Epos
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 212 Seiten
ISBN: 9783150144473
Verweise


Das Gilgamesch-Epos ist die akkadische Dichtung vom König von Uruk, der den Tod des Freundes nicht erträgt und das ewige Leben sucht. In der maßgeblichen ninivitischen Fassung – zwölf Tafeln, nach der Anfangszeile ša naqba īmuru, »der die Tiefe sah« – stammt sie aus dem späten zweiten Jahrtausend vor Christus; ältere sumerische Gedichte und eine altbabylonische Fassung liegen darunter. Die angegebene Ausgabe folgt der überarbeiteten Übertragung von Wolfgang Röllig, erweitert um seither bekannt gewordene Tafeln.

Inhalt

Gilgamesch, zu zwei Dritteln Gott, zu einem Drittel Mensch, herrscht in Uruk so hart, dass die Götter den Wildmensch Enkidu erschaffen, der ihn aufhalte. Enkidu lebt bei den Tieren, bis eine Frau ihn zu den Menschen führt; die Tiere fliehen, er gewinnt Sprache, Brot, Bier und den Weg in die Stadt. Der Kampf mit Gilgamesch endet in Freundschaft. Gemeinsam töten sie Humbaba im Zedernwald und den Himmelsstier, den Ischtar sendet, nachdem Gilgamesch sie abgewiesen hat. Die Götter beschließen, dass einer der beiden sterben muss. Enkidu stirbt, und Gilgamesch trauert so, dass er die Stadt verlässt: nicht als König, als ein Mensch, der den Leichnam des Freundes nicht der Verwesung überlassen will und endlich begreift, dass auch er sterblich ist.

Die Suche führt an das Ende der Welt. Gilgamesch durchquert das Gebirge der Sonne, den Garten der Edelsteine, die Wasser des Todes. Bei Utnapischtim, dem Mann, der die Flut überlebt hat und unsterblich wurde, hört er die Geschichte der Sintflut: die Götter, die die Menschheit ertränken wollten, das Schiff, die Vögel, der Zorn Enlils, die Reue. Unsterblichkeit als Gabe gibt es für Gilgamesch nicht. Eine Pflanze der Verjüngung gewinnt er und verliert sie an eine Schlange, während er badet. Er kehrt nach Uruk zurück und zeigt dem Fährmann die Mauern: Das Werk der Stadt ist das, was bleibt. Die zwölfte Tafel, oft als Anhang gelesen, holt Enkidu noch einmal aus der Unterwelt und beschreibt das Los der Toten – dürr, durstig, angewiesen auf die Opfer der Lebenden.

Kein Verfassername trägt das Ganze. Schreiber in Ninive, voran Sin-leqe-unninni, haben die Fassung geordnet, die in der Bibliothek Assurbanipals lag; Bruchstücke kommen seither aus dem ganzen Zweistromland, und jede neue Tafel verschiebt Verse. Die Götter sind launisch und gebunden; die Flut ist keine Erlösung, sondern ein Fehlgriff, den sie bereuen. Freundschaft steht im Zentrum, nicht Herrschaft allein. Wer ein Abenteuerbuch vom starken König erwartet, trifft eine Dichtung über den Tod, die den Ruhm der Mauern gegen die Hoffnung aufs ewige Leben stellt. Wer nur die Sintflut als Vorstufe der Bibel liest, unterschlägt Enkidu.

Einordnung

Das Gilgamesch-Epos ist die älteste große Erzählung, die wir als Buch lesen können, älter als die Ilias, und schon vollendet in der Frage, was ein Leben trägt, wenn der Freund tot ist. Die historisch-kritische Assyriologie hat Schichten, Dialekte und die Abhängigkeit von sumerischen Einzelgedichten herausgelegt; die Totenklage und die Flut bleiben davon unberührt. George Smiths Lesung der Fluttafel im neunzehnten Jahrhundert hat Europa erschreckt, weil sie die Genesis nicht mehr allein ließ. Wer Gilgamesch neben die Odyssee stellt, sieht die Irrfahrt ohne Heimkehr ins Bett: Die Heimat ist die Mauer, die man gebaut hat. Wer ihn neben die hebräische Bibel stellt, sieht die Flut ohne Bund. Das Epos verlangt nicht Glauben; es verlangt, den Toten zu begraben und die Stadt zu messen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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