Autor:Johann Joachim Spalding

1714 1804
(Weitergeleitet von Johann Joachim Spalding)

Johann Joachim Spalding (1714–1804), in Tribsees in Schwedisch-Pommern geboren, hat die deutsche Aufklärungstheologie ins Selbstgespräch geholt. Die Betrachtung über die Bestimmung des Menschen von 1748 fragt, warum er da ist und was er vernünftigerweise sein soll, ohne dogmatische Sprache – sechsundzwanzig Seiten, die ein halbes Jahrhundert zum Schlagwort machten.

Leben

Pfarrersohn mit schottischen Vorfahren, Rostock und Greifswald, Hauslehrer, Hilfsprediger, 1745 Sekretär des schwedischen Gesandten in Berlin. Der Umweg war die anonyme Kleinigkeit von 1748, Manifest der Neologie: Stufen von der Sinnlichkeit zur Unsterblichkeit, Shaftesbury statt Katechismus. Pastor in Lassan und Barth, 1764 Propst an St. Nikolai in Berlin unter Friedrich II. Gegen das Wöllnersche Religionsedikt von 1788 legte er die Ämter nieder. Er starb fast neunzigjährig in Charlottenburg.

Wirkung

Spalding hat Bestimmung nicht als Beruf und nicht als Jenseitszettel gefasst, sondern als Frage, was ein vernünftiges Leben tragen kann. Gott und Unsterblichkeit erscheinen eher als regulative Ideen denn als fertige Dogmen; Immanuel Kant steht in dieser Nähe. Norbert Hinske nannte die Bestimmung eine Basisidee der deutschen Aufklärung. Wieland, Gruber, Feuerbach und Johann Gottlieb Fichte schrieben unter ähnlichen Titeln weiter. Als Haupt der Neologie machte er das Predigtamt zum Dienst an der öffentlichen Sittlichkeit, was Johann Gottfried Herder heftig tadelte.

Das Missverständnis ist, hier nur Erbauung oder nur einen Vorläufer Fichtes zu sehen. Spalding setzt eine selbständige Form: das Selbstgespräch als Ethik ohne Offenbarungszwang. Gegner rügten Deismus, Fromme die Kälte, Metaphysiker die Unschärfe. Geblieben ist die Zumutung, dass der Laie sich selbst versteht, bevor die Kirche ihn bestimmt. Die kritische Ausgabe hat den Bestseller wieder als Leittext lesbar gemacht.

Werke

In Auswahl außerdem: Ueber die Nutzbarkeit des Predigtamtes und deren Beförderung, Gedanken über den Werth der Gefühle in dem Christenthum, Religion, eine Angelegenheit des Menschen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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