König Lear

William Shakespeare · 1606 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: König Lear
Autor(en): William Shakespeare
Originaltitel: The Tragedie of King Lear
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1606
Schlagwörter: Nichts, Cordelia, Wahnsinn, Teilung
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 150 Seiten
ISBN: 9783150000137
Verweise


König Lear ist die 1606 belegte Tragödie von William Shakespeare. Ein König teilt das Reich nach dem Maß der Liebe, die man ihm vorspricht, und stürzt ins Nichts. Cordelia sagt die Wahrheit und wird enterbt; am Ende trägt Lear sie tot herein.

Inhalt

Lear will abdanken und das Reich unter den drei Töchtern teilen. Goneril und Regan überbieten sich in Liebesreden; Cordelia sagt, sie liebe ihn nach ihrer Pflicht, nicht mehr, und hat keine Zunge für den Markt. Lear stößt sie aus, teilt zwischen den beiden anderen, behält hundert Ritter und den Titel ohne Macht. Der Graf von Kent widerspricht und wird verbannt; der König von Frankreich nimmt Cordelia ohne Mitgift. Daneben die zweite Teilung: Gloucester hat den ehelichen Edgar und den unehelichen Edmund. Edmund fälscht, Edgar flieht als nackter Armer. Zwei Häuser, ein Satz: Wer das Maß der Liebe in Worten verlangt, erhält Worte und verliert den Boden.

Goneril und Regan kürzen den Gefolgschaftszug, schließen die Türen. Lear geht auf die Heide, in den Sturm, mit dem Narren und mit Kent, der unerkannt dient. Der Wahnsinn ist nicht Schmuck; er ist das, was bleibt, wenn Amt, Haus und Töchter weg sind. Auf der Heide trifft er Edgar als armen Tom, einen Menschen ohne Dach, und begreift, dass Macht die Blöße nur verdeckt hat. Gloucester, der Edmund geglaubt hat, wird geblendet – auf offener Bühne, ohne Adel des Sterbens – und von Edgar geführt, den er nicht erkennt. »Aus nichts wird nichts«, hatte Lear zu Cordelia gesagt. Das Stück nimmt ihn beim Wort und zeigt das Nichts: keine Ritter, keine Tochter, keine Augen, kein Dach.

Cordelia kehrt mit einem französischen Heer. Das Heer unterliegt; sie und Lear werden gefangen. Edmund lässt sie töten, bevor der Befehl gewendet ist. Lear kommt mit der toten Cordelia auf den Armen und prüft den Atem, der nicht kommt. Er stirbt an diesem Bild. Goneril vergiftet Regan und ersticht sich; Edmund fällt durch Edgar. Albany bleibt mit einem Reich, das niemand mehr haben will. Der Schluss ist nicht Versöhnung. Der Narr ist schon vorher verschwunden; Cordelia kommt nicht als rettende Lehre zurück, sondern als Leiche. Lear hat das Nichts ausgesprochen, bevor er es verstand. Das Stück lässt ihn verstehen und nimmt ihm die Tochter, an der das Verstehen hätte hängen können.

Einordnung

Shakespeare hat aus der Lehrgeschichte vom undankbaren Kind das Trauerspiel gemacht, in dem die Welt selbst undankt. Neben Hamlet und Macbeth ist König Lear das kälteste der großen Stücke: kein Geist, der aufträgt, keine Hexen, die trösten, nur Teilung, Sturm, Blendung, das Nichts. Die Quarto und die Folio weichen voneinander ab; die Härte bleibt. Nahum Tate hat Cordelia ein Jahrhundert lang leben und heiraten lassen; das war der versöhnliche Schluss, den das Stück verweigert. Die Deutschen haben Lear neben Faust und Die Räuber zum Drama der väterlichen Gewalt gemacht. Warten auf Godot wartet auf einen, der nicht kommt; Lear hält die, die gekommen ist, und sie atmet nicht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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