König Ottokars Glück und Ende

Franz Grillparzer · 1825 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: König Ottokars Glück und Ende
Autor(en): Franz Grillparzer
Originaltitel: König Ottokars Glück und Ende
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1825
Schlagwörter: Habsburg, Hochmut, Böhmen, Kaisertum
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 140 Seiten
ISBN: 9783150141809
Verweise


König Ottokars Glück und Ende ist das Trauerspiel von Franz Grillparzer, 1823 geschrieben, von der Zensur zurückgehalten und 1825 am Wiener Burgtheater uraufgeführt. Der Böhmenkönig will die Kaiserkrone und verliert Land, Frau und Leben an Rudolf von Habsburg, dessen Demut das Stück als Tugend des Siegers ausgibt.

Inhalt

Ottokar Přemysl, König von Böhmen, hat Österreich an sich gebracht und stößt die alternde Margarethe von Babenberg, der er den Anspruch verdankt, von sich, um Kunigunde von Ungarn zu heiraten. Der Rechtsbruch ist der Anfang: Was als Liebe kostümiert wird, ist Politik, und Kunigunde liebt den Mann nicht, den der Ehrgeiz gewählt hat. Ottokar will mehr als Böhmen; er will das Reich. Grillparzer gibt ihm Größe und Blindheit zugleich – den Feldherrn, der siegt, solange niemand ihn zur Rede stellt, und den Gatten, der die Frau wegwirft, als wäre sie eine Urkunde.

Die Kurfürsten wählen nicht ihn, sondern den sparsamen, frommen Rudolf von Habsburg. Ottokar unterwirft sich, bricht den Eid, rüstet wieder. Im Lager und am Hof arbeitet Zawisch von Rosenberg als Intrigant, der Kunigunde hofiert und Ottokars Haus von innen öffnet. Margarethe stirbt, ohne gerächt zu werden; die böhmischen Herren rechnen, ob der König noch trägt. Grillparzer hat die Schlacht auf dem Marchfeld 1278 nicht als Volksfest geschrieben: Ottokar fällt, von den Seinen verlassen, gegen einen Gegner, der weniger glänzt und fester steht.

Rudolf siegt und hält Maß. Er weint über den Toten, verspricht den Ständen Recht, kniet, wo Ottokar gestanden hat. Das Trauerspiel endet als Gründungsbild: Habsburg demütig, Böhmen gestraft, Österreich dem Haus übergeben, das Maß hält, weil es Gott fürchtet. Grillparzer hat Napoleon in Ottokar erkannt und den Wiener Hof in Rudolf verklärt – beides steht im Text. Wer nur den Hochmütigen stürzen sieht, hat die Krönung nicht gesehen, die aus der Leiche folgt. Wer nur die Patriotismusnummer des Burgtheaters meint, unterschlägt, dass Ottokar bis zuletzt die stärkere Figur bleibt.

Einordnung

Grillparzer hat das österreichische Staatsstück geschrieben, das die Restauration brauchte: Gegen Schillers Die Räuber, in denen der Aufruhr noch die Bühne sprengt, siegt hier, wer sich duckt. Die Zensur hatte den Napoleon in Ottokar gerochen und das Stück verzögert; nach der Freigabe wurde es zur Habsburglegende, die das Burgtheater an Kaisertagen auspacken konnte. Tschechische Leser haben denselben Schluss als Demütigung Böhmens gehört, und sie haben den Text damit nicht verfehlt. Neben Shakespeares Hamlet, der den Hof als Gift versteht, bleibt Ottokar das Trauerspiel, das den Hof als Ordnung feiert – und den Gestürzten so groß zeichnet, dass das Lob des Siegers nicht ganz glaubwürdig wird.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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