Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie |
| Autor(en): | Gotthold Ephraim Lessing
|
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1766 |
| Schlagwörter: | Malerei, Poesie, Grenze, Laokoon |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Literaturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | Reclams Universal-Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 247 Seiten |
| ISBN: | 9783150001882 |
| Verweise | |
Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie ist die 1766 erschienene Schrift von Gotthold Ephraim Lessing über das, was das Bild darf und das Gedicht muss. An der Gruppe des Laokoon, der mit den Söhnen von Schlangen umschlungen wird, entscheidet Lessing den Streit der Künste gegen die Hoffnung, Malerei und Poesie seien nur zwei Sprachen derselben Schönheit.
Inhalt
Winckelmann hatte in der Laokoon-Gruppe die edle Einfalt und stille Größe gesehen: Der Mund ist nicht zum Schrei geöffnet, weil die Würde des Griechen den Schmerz bindet. Lessing nimmt die Beobachtung und kehrt die Begründung um. Der Bildhauer zeigt keinen Schrei, weil der Schrei das Gesicht verzerre und das Werk in einem einzigen, hässlichen Augenblick festsetze. Die Malerei und die Plastik sind Künste des Nebeneinanders im Raum. Sie müssen den fruchtbaren Augenblick wählen, aus dem man das Vorher und Nachher liest – nicht den Gipfel der Empfindung, der alles andere ausschließt. Der Dichter hat die Zeit. Homer lässt den verwundeten Helden aufschreien, weil die Folge der Töne den Schrei trägt, ohne das Gesicht für immer zu verzerren. Was nacheinander geschieht, gehört der Poesie; was nebeneinander steht, der Malerei.
Daraus folgt die Grenze, die der Untertitel nennt. Wer den Dichter zum Maler macht, indem er Schilderungen häuft, langweilt: Das Auge liest das Gemälde auf einmal, das Ohr muss die Beschreibung Stück um Stück erwarten und verliert das Ganze. Wer den Maler zum Dichter macht, indem er Handlungen in ein Bild zwingt, die nur als Folge Sinn haben, überlädt die Fläche. Lessing schreibt gegen die allegorische Malerei und gegen die poetische Schilderungssucht, die das achtzehnte Jahrhundert für Reichtum hielt. Homer bleibt der Zeuge der richtigen Ökonomie: Er beschreibt den Schild des Achill, indem er ihn schmieden lässt – Handlung statt Inventar. Die Götter, die Körper, das Hässliche, das Komische: Jede Kunst hat ein Recht, das die andere nicht borgen kann, ohne sich zu schaden.
Unsicher bleibt, wie streng die Grenze trägt, sobald Bild und Text einander brauchen. Lessing kennt das und hält trotzdem an der Scheidung fest, weil die Vermischung in seiner Zeit die Regel war, nicht die Ausnahme. Der Ton ist der eines Kritikers, der am Beispiel denkt, nicht am System: Zitate, Gegner, der gelehrte Streit, der plötzlich ins Grundsätzliche kippt. Winckelmann wird nicht verworfen; er wird präzisiert. Die stille Größe bleibt, der Grund wechselt. Wer nur die Formel Raum gegen Zeit kennt, hat die Härte gegen die Schilderung nicht gelesen. Wer nur den Kunststreit sucht, unterschlägt, dass hier die deutsche Kritik lernt, Gattungen an dem zu messen, was ihr Mittel kann – nicht an einem allgemeinen Ideal der Schönheit.
Einordnung
Der Laokoon hat der Ästhetik die Grenze der Künste gegeben und der deutschen Kritik das Recht, den Stoff der Form nachzuordnen. Johann Joachim Winckelmanns Geschichte der Kunst des Altertums bleibt der Anlass; Lessing macht aus der Bewunderung eine Unterscheidung. Die Hamburgische Dramaturgie überträgt dieselbe Strenge auf die Bühne. Herder, Goethe, die später Bild und Text wieder ineinanderschieben, arbeiten gegen diese Grenze und kommen an ihr nicht vorbei. Wer nach 1766 sagt, ein Gedicht male und ein Gemälde erzähle, muss Lessing widerlegen – oder zugeben, dass er die Künste verwechselt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
