Ludwig Tieck, in Berlin geboren, hat der Frühromantik das Kunstmärchen gegeben, in dem der Wald nicht heilt, sondern verschlingt. Der blonde Eckbert ist diese Wendung: ein Märchen, das die Aufklärung nicht widerlegt, sondern unheimlich macht.
Leben
Kaufmannssohn, Studium in Halle, Göttingen, Erlangen, Nähe zu Wackenroder, den Schlegels, Novalis. Der Umweg ist das Theater und die Übersetzung: Shakespeare ins Deutsche, Cervantes, das Vorlesen als Beruf in Dresden. Spät der preußische Dramaturg in Berlin. Er starb dort, als die Romantik längst Historie war und er ihr letzter Zeuge.
Wirkung
Tieck hat das Volksmärchen zur Seelenfalle gemacht. Bertha erzählt von der Alten, dem Hund, dem Vogel; am Ende sind die Hörer andere Namen derselben Figur, und die Geschwisterliebe war Inzest. Das Unheimliche entsteht nicht durch Geister, sondern dadurch, dass die Geschichte sich selbst als Täter entpuppt. Daneben stehen die Komödien, die Shakespeare-Abende, der lange Dienst an der Überlieferung.
Man hat ihn zum Vielschreiber gemacht und den Eckbert als Schulstück glattgezogen. Wer nur den Märchenerzähler nimmt, unterschlägt den Theatermann. Wer nur den Romantiker rettet, unterschlägt, dass Tieck später gegen die eigene Schule anschrieb. Geblieben ist die kurze Prosa, in der das Idyll umkippt.
Werke
- Der blonde Eckbert (1797)
In Auswahl außerdem: Der Runenberg, Franz Sternbalds Wanderungen, die Shakespeare-Übersetzungen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.