Madita

Astrid Lindgren · 1960 · Kinderbuch


Das Werk
Deutscher Titel: Madita
Autor(en): Astrid Lindgren
Originaltitel: Madicken
Originalsprache: schwedisch
Erstveröffentlichung: 1960
Schlagwörter: Schweden, Schwestern, Nachbarschaft, Kindheit
Sachgebiete: Kinderbuch
Greifbare Ausgabe
Verlag: Oetinger


Umfang dieser Ausgabe: 174 Seiten
ISBN: 9783751202305
Verweise


Madita (schwedisch Madicken) ist das Kinderbuch von Astrid Lindgren, 1960 in Stockholm erschienen, deutsch 1961 bei Oetinger. Margareta Engelbert, genannt Madita, ist sieben, wohnt mit der kleinen Schwester Lisabet in einer weißen Villa am Hang und hält den Sommer für unerschöpflich, bis sie merkt, dass nebenan weniger gegessen wird. Lindgren hat nach Pippi und Michel kein wildes Kind mehr gebraucht, das die Ordnung sprengt; sie hat ein Kind gesetzt, das in der Ordnung lebt und aus ihr hinüberschaut. Der Hof heißt Junibacken, der Ort ist Småland, die Zeit eine Kindheit der zwanziger Jahre, in der das Bürgertum noch glaubt, Anstand sei eine Mauer.

Inhalt

Madita springt mit dem Regenschirm vom Dach des Schuppens, weil Fliegen eine Probe wert ist, und landet im Krankenhaus. Lisabet steckt eine Erbse in die Nase. Der Vater schreibt für die Zeitung und redet vom Recht der Armen; die Mutter hält das Haus und fürchtet die Dächer. Nebenan wohnen Abbe Nilsson und seine Mutter, die wäscht; der Vater trinkt, wenn er Geld hat, und hat keins, wenn er nüchtern ist. Madita und Abbe schließen einen Bund, der die Hanggrenze überquert, ohne sie aufzuheben: Sie spielt bei ihm, er isst bei ihr, und beide wissen, dass das Brot nicht dasselbe Brot ist. Lindgren erzählt das ohne Predigt. Die Villa bleibt hell, der Hunger bleibt nächste Tür, und Madita begreift beides, indem sie es tut, nicht indem sie belehrt wird.

Die Kapitel sind Tage: Schule, Weihnachten, der erste Schnee, der Streit mit Lisabet, der wieder in Zärtlichkeit umschlägt, weil die Schwester das einzige Gegenüber ist, das immer da ist. Madita sieht, nach dem Sturz, Gestalten, die das Buch nicht zur Geistergeschichte macht; sie gehören zur Nähe des Todes, die ein Kind anfasst und wieder loslässt. Der Pfarrer, die Lehrerin, die feinen Besuche: Die Erwachsenen reden in Sprüchen, die Madita wörtlich nimmt und dadurch entlarvt. Abbes Mutter schämt sich der Hilfe und braucht sie. Lindgren lässt Madita nicht zur Retterin werden. Sie lässt sie eine Freundin sein, die nach Hause gehen kann, wenn es dunkel wird – und die das weiß.

Am Ende bleibt Junibacken stehen. Der Vater wird nicht zum Heiligen der sozialen Frage, die Mutter nicht zur bloßen Hüterin, Abbe nicht zum dankbaren Armen. Die Fortsetzung Madita kann alles hat das Mädchen älter gemacht und den Hang nicht eingeebnet. Im ersten Band genügt der eine Sommer, in dem ein Kind vom Dach springt und begreift, dass nicht jedes Kind ein Dach hat, das trägt. Lindgren schreibt hell, oft komisch, und setzt die Armut nicht als Folklore an den Rand. Wer nur die Villa sieht, hat Abbe verpasst. Wer nur die Lehre sieht, hat Lisabet verpasst, die Erbse und die Schwesterliebe, ohne die Madita eine bloße Beobachterin wäre.

Einordnung

Gegen Pippi Langstrumpf ist Madita das Buch der eingebetteten Kindheit: Eltern da, Tisch gedeckt, Schule unvermeidlich – und gerade deshalb die Probe, was Mitgefühl kostet, wenn man bleiben darf. Michel aus Lönneberga bleibt auf dem Hof der Streiche; Ronja Räubertochter wird die Tochter, die den Vater verlassen muss. Madita geht nur zum Nachbarn hinüber. Die Verfilmungen mit Jonna Liljendahl haben das Licht von Junibacken festgesetzt, oft idyllischer, als der Hunger nebenan im Text steht. Wer Lindgren nur als heitere Stimme Smålands kennt, findet hier die soziale Grenze, die Bullerbü nicht braucht und Pippi mit Goldmünzen überspringt. Das Buch bleibt der leise Band, in dem Freiheit heißt, hinüberzugehen, ohne den eigenen Tisch zu verraten – und den anderen Tisch nicht zu vergessen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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