Mahabharata

- · um 400 · Epos


Das Werk
Deutscher Titel: Mahabharata
Autor(en):
Originaltitel: महाभारतम्
Originalsprache: sanskrit
Erstveröffentlichung: um 400
Schlagwörter: Bruderkrieg, Pflicht, Spiel, Kurukshetra
Sachgebiete: Epos
Greifbare Ausgabe
Verlag: Insel


Umfang dieser Ausgabe: 927 Seiten
ISBN: 9783458700319
Verweise


Das Mahabharata ist das altindische Epos vom Krieg im Geschlecht der Bharatas, dem Kampf der Pandavas gegen die Kauravas auf dem Feld von Kurukshetra. Die Überlieferung nennt Vyasa als Verfasser; das Werk ist ein Schichtenbau von Jahrhunderten, in achtzehn Büchern, größer als Ilias und Odyssee zusammen. Die angegebene Ausgabe ist die kommentierte deutsche Auswahl von Georg von Simson im Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag.

Inhalt

Zwei Zweige eines königlichen Hauses stehen um den Thron von Hastinapura. Die fünf Pandava-Brüder – Yudhishthira, Bhima, Arjuna, Nakula, Sahadeva – und die hundert Kauravas um Duryodhana wachsen als Vettern auf; Neid, Würfelspiel und Verbannung machen aus der Verwandtschaft eine Fehde. Yudhishthira verspielt Reich, Brüder und die gemeinsame Frau Draupadi; die Demütigung im Saal, Draupadi im blutigen Gewand, ist die Schande, die der Krieg später einlösen soll. Dreizehn Jahre Exil, darunter ein Jahr in Verkleidung, führen nicht zur Versöhnung. Krishna, verwandt mit beiden Seiten, fährt als Wagenlenker Arjunas in die Schlacht, nicht als König, der den Frieden erzwingt. Das Feld von Kurukshetra liegt nördlich des späteren Delhi; achtzehn Tage dauert der Kampf, in dem Lehrer gegen Schüler stehen, Brüder gegen Brüder, und fast das ganze Kriegergeschlecht fällt.

Vor dem ersten Pfeil versagt Arjuna: Er will die Verwandten nicht töten. Krishna spricht zu ihm – dieser Einschub ist die Bhagavadgita, das Lied, das die Pflicht des Kriegers gegen die Verzweiflung des Verwandtenmordes stellt. Das Epos geht danach weiter, härter, als das Lied allein erwarten lässt: Listen, verbotene Waffen, der Fall Bhisma, der auf dem Pfeilbett liegt, der nächtliche Mord an den schlafenden Söhnen Draupadis. Die Pandavas siegen und erben ein leeres Reich. Yudhishthira wird König und bleibt schuldbeladen; die Pferdeopfer, die Lehrgespräche, der letzte Gang in den Himalaya, bei dem die Brüder nacheinander fallen, schließen nicht mit Triumph. Im Himmel sieht Yudhishthira die Feinde in der Seligkeit und die Brüder in der Qual, bis die Täuschung fällt. Der Krieg hat nichts gereinigt.

Das Mahabharata behauptet von sich, alles zu enthalten, was man wissen muss: Recht, Herrschaft, Askese, die Pflichten der Stände. Es ist Epos und Enzyklopädie, Rahmenerzählung und Einschub. Vyasa diktiert, Ganesha schreibt, der Sänger trägt am Opferfest vor – die Entstehung ist selbst Mythos. Die historisch-kritische Forschung sieht einen Kern vom Bruderkrieg und Jahrhunderte der Anlagerung, vom späten Vedischen bis in die Gupta-Zeit. Kein Verfasser im europäischen Sinn trägt das Ganze. Die Götter sind Partei und Lehre; Krishna ist Ratgeber, Listenreißer, Offenbarer. Wer eine klare Heldengeschichte sucht, verliert sich in den Nebenwegen – und gerade sie sind das Buch: Erzählungen in der Erzählung, die den Krieg kommentieren, ohne ihn aufzuhalten.

Einordnung

Das Mahabharata ist für Indien, was die homerischen Epen für Europa waren, nur umfassender: Ursprungserzählung, Rechtsbuch, Theologie, Klage. Neben dem Ramayana steht es als das dunklere Gegenstück: Rama erfüllt die Pflicht und zahlt mit der Frau; die Pandavas erfüllen die Pflicht und zahlen mit dem Geschlecht. Die Bhagavadgita hat den Krieg philosophisch weltläufig gemacht; das Epos um sie herum bleibt ein Blutbad unter Verwandten. Simsons Insel-Auswahl macht den Umfang lesbar, ohne das Ganze zu ersetzen. Wer nach diesem Buch über dharma spricht, spricht hinter Kurukshetra – hinter einem Sieg, der niemanden heil lässt, und hinter der Einsicht, dass die rechte Ordnung den Bruderkrieg nicht verhindert, sondern durch ihn hindurch verlangt wird.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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