Nennt mich nicht Ismael!
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Nennt mich nicht Ismael! |
| Autor(en): | Michael Gerard Bauer |
| Originaltitel: | Don't Call Me Ishmael! |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2006 |
| Schlagwörter: | Schule, Mobbing, Sprache, Freundschaft |
| Sachgebiete: | Jugendroman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 304 Seiten |
| ISBN: | 9783423624350 |
| Verweise | |
Nennt mich nicht Ismael! ist ein Jugendroman des Australiers Michael Gerard Bauer, 2006 als Don't Call Me Ishmael! erschienen, 2008 von Ute Mihr ins Deutsche gebracht. Ein Vierzehnjähriger hasst den Namen, den ihm Herman Melville eingebrockt hat, und lernt, dass man mit Sätzen zurückschlagen kann. Der Titel verdreht den ersten Satz von Moby Dick: dort verlangt jemand, Ismael genannt zu werden; hier verlangt jemand das Gegenteil. Bauer hat zwei Fortsetzungen folgen lassen. Das Buch ist witzig, ohne das Drangsalieren in der Schule zu verharmlosen.
Inhalt
Ismael Leseur geht ins St. Daniel’s Boys College und ist überzeugt, am »Ismael-Leseur-Syndrom« zu leiden: Der Name allein mache ein normales Leben unmöglich. Barry Bagsley verdreht ihn, hetzt die Klasse auf ihn und bleibt ungestraft, weil Ismael nichts entgegnet. Die Wende kommt mit James Scobie, einem neuen Mitschüler, klein, grimassierend, nach einer Gehirnoperation angeblich ohne Angst. Barry setzt ihm Spinnen ins Pult; Scobie bleibt ruhig, die Anerkennung steigt. Scobie reißt die erfolglose Rugbymannschaft mit einer Rede zum Sieg und gründet einen Debattierclub. Ismael soll die Reden schreiben, weil er vor Menschen den Mund nicht aufkriegt. Dazu stoßen der extravertierte Schlagzeuger Orazio »Razza« Zorzotto, der in erfundene Welten flüchtende Bill Kingsley und der dürre Naturwissenschaftler Ignatius Prindabel. Die fünf werden ein Team, das andere Schulen im Wortstreit schlägt.
Ismael muss in einer Runde als Ersatzmann gegen Kelly Faulkner antreten, in die er heimlich verliebt ist, und versagt. Die Mannschaft erreicht trotzdem das Halbfinale; Scobie fällt aus, weil Ärzte »einen Schatten« im Kopf vermuten. Trotz guter Leistung, auch von Ismael, scheidet die Gruppe aus. Seit Scobie fehlt, nimmt Barry Bill wieder vor. Ismael hilft, ohne es zu wissen, Kellys kleinem Bruder gegen Barry; Kelly dankt ihm und überredet ihn, Moby Dick zu lesen. Nach der Lektüre begreift Ismael, dass er nicht Ahab ist: Rache ist keine Lösung, nur eine andere Form der Besessenheit. Der Debattierclub hat ihm gezeigt, dass ein Satz tragen kann, wenn man ihn hält.
Zum Schuljahresende soll Ismael eine Rede halten. In den Entwurf baut er ein Gebet, das Barry vor Eltern und versammelter Schule demütigen würde. Barry bekommt eine Abschrift und hat während der Rede panische Angst. Ismael lässt das Gebet weg, weil er den Abend der anderen nicht ruinieren will. Draußen droht Barry mit dem nächsten Jahr; Ismael hält ihm stand, diesmal mit Worten, und bleibt gelassen. Der Verdacht auf Scobies Tumor bestätigt sich nicht. Kelly lädt Ismael zu einer Feier und gibt ihm ihre Telefonnummer.
Einordnung
Bauer hat aus dem Schulroman keine Moralpredigt gemacht. Das Drangsalieren ist Alltag, keine Ausnahme; die Gegenwehr kommt nicht aus der Faust, sondern aus der Übung, einen Satz zu Ende zu führen. Scobie ist die Figur, die das vormacht, Ismael die, die es lernt. Der Melville-Bezug ist mehr als ein Namenswitz: Wer Ahab nachahmt, bleibt im Bauch des Wals, auch wenn der Wal nur ein Mitschüler ist. Gegenüber Herrndorfs Tschick, das die Flucht aus der Schule erzählt, bleibt Bauers Buch in der Klasse und macht aus ihr einen Ort, an dem Sprache Macht verschiebt. Die australische Kritik hat den Band für Kinderbuchpreise nominiert; in Deutschland ist er Schullektüre geworden, weil er das Ernsthafte komisch trägt.
Die Fortsetzungen Ismael und der Auftritt der Seekühe und Ismael. Bereit sein ist alles holen denselben Erzähler in die nächsten Jahre, ohne den ersten Band zu brauchen. Wer nur das Debüt liest, hat den Bogen: vom Syndrom, das keiner gestellt hat, zur Stimme, die einer hat. Der Schluss ist kein versöhnlicher Schluss im Sinn einer Bekehrung Barrys; Barry bleibt, der er ist. Geändert hat sich Ismael. Genau das unterscheidet den Jugendroman von der Erbauung: Die Welt wird nicht besser, der Junge wird genauer.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
