Owen Meany
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Owen Meany |
| Autor(en): | John Irving |
| Originaltitel: | A Prayer for Owen Meany |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1989 |
| Schlagwörter: | Freundschaft, Glaube, Vietnam, Vorsehung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Diogenes
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| Umfang dieser Ausgabe: | 864 Seiten |
| ISBN: | 9783257224917 |
| Verweise | |
Owen Meany ist der 1989 erschienene Roman von John Irving, im Original A Prayer for Owen Meany. Der Erzähler John Wheelwright blickt von Kanada aus auf eine amerikanische Kindheit, auf den kleinwüchsigen Freund Owen und auf einen Tod, den Owen vorausgesehen haben will. Irving bindet Schuljahre in New Hampshire, das Christentum, den Vietnamkrieg und die Frage, ob Wunder nur nachträglich so heißen, in einen langen, oft komischen Bericht. Der deutsche Titel lässt das Gebet weg und macht den Namen zum Programm. Das Buch gehört zu Irvings meistgelesenen Romanen und zu den wenigen, in denen der Glaube nicht als Folklore am Rand steht.
Inhalt
John Wheelwright wächst in Gravesend, New Hampshire, als Sohn der lebendigen Tabitha auf; den Vater kennt er nicht. Sein bester Freund ist Owen Meany, klein, mit einer hohen, bleibenden Stimme, die Irving durchgehend in Großbuchstaben setzt. Owen ist der Sohn eines Steinmetzes, glaubt sich von Gott gebraucht und trifft im Baseballspiel 1953 mit einem Foulball Tabitha tödlich. Er bittet um Verzeihung und bleibt trotzdem Johns Bruder im Geist. Die Jungen spielen in der Weihnachtskrippe; Owen als Jesuskind passt in die Krippe, als sei sie für ihn gezimmert. John erbt von der Mutter Fragen, Owen liefert Antworten, die nach Vorsehung klingen und nach Trotz.
Die Jugend führt durch die Eliteschule Gravesend Academy, durch Lehrer, Theater und den Körper, den Owen nie einholt. Er sieht im Traum seinen Tod: Datum, Geräusch, vietnamesische Kinder, das Rettungsmanöver. John zweifelt, Owen trainiert. Als der Vietnamkrieg die Jahrgänge holt, hilft Owen John, durch eine absichtliche Verletzung der Finger dem Dienst zu entgehen; er selbst geht zur Armee, wird aber wegen der Größe nicht in den Kampf geschickt, sondern als Bestattergehilfe eingesetzt. Die Freundschaft trägt den Glauben, den John nicht hat, und die Wut auf eine Politik, die Irving später im Erzählerkommentar der achtziger Jahre weiterführt. John emigriert nach Kanada; Owen bleibt auf der Bahn, die er für Gottes Plan hält.
Am vorgesehenen Tag stirbt Owen so, wie er es beschrieben hat: nicht im Dschungel, sondern bei einem Anschlag, in dem er Kinder rettet und dabei selbst umkommt. John, der das überlebt, erzählt Jahrzehnte später und betet, obwohl er den Glauben nie ganz besitzt – für Owen, der ihn besessen hat. Irving füllt den Weg dorthin mit Schulburleske, mit der Suche nach Johns Vater, mit einer armlosen Holzfigur, die Owen als Zeichen liest. Der Roman ist weitschweifig und zielt doch auf eine einzige Szene, die entweder Wunder ist oder grausamer Zufall, je nachdem, ob man Owen glaubt. John glaubt ihm am Ende so weit, dass er beten kann, ohne fromm zu sein.
Einordnung
Irving hat nach Garp und Gottes Werk und Teufels Beitrag hier den religiösen Roman geschrieben, den die amerikanische Gegenwartsliteratur selten wagt: ernst im Anspruch, derb im Witz, politisch gegen den Krieg in Vietnam und gegen die spätere Verwaltung des Traumas. Der Erzähler in Kanada ist verbittert, Owen bleibt hell; die Konstruktion – Vorausdeutung, Motiv der Arme, die Stimme in Versalien – ist unübersehbar und trotzdem wirksam. Mark Steven Johnsons Film Simon Birch von 1998 hat den Stoff verkleinert und umbenannt; Irving distanzierte sich. Wer nur die Verfilmung kennt, kennt ein rührendes Kind, nicht das Gebet eines Zweiflers.
Im Werk Irvings ist Owen Meany das Buch der Vorsehung, das die Zufallsmaschinerie der anderen Romane auf die Probe stellt. Die Länge dient der Glaubwürdigkeit: Nur wer Owen jahrelang beim Üben zusieht, hält den Tod für mehr als Pointe. Gegen den kühlen Zeitroman der achtziger Jahre setzt Irving Wärme, Predigt und derbe Körperkomik. Wer das Buch für eine bloße Freundschaftsgeschichte hält, hat den Krieg überlesen; wer es für Erbauung hält, hat Johns Zorn in Kanada überlesen. Nach diesem Roman ist der kleinwüchsige Junge mit der hellen Stimme eine der festen Figuren der neueren amerikanischen Erzählung.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
