Phaidon
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Phaidon |
| Autor(en): | Platon |
| Originaltitel: | Φαίδων |
| Originalsprache: | griechisch |
| Erstveröffentlichung: | |
| Schlagwörter: | Seele, Unsterblichkeit, Tod, Idee |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | Reclams Universal-Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 315 Seiten |
| ISBN: | 9783150146422 |
| Verweise | |
Der Phaidon ist der Dialog von Platon, in dem Sokrates am Tag der Hinrichtung mit Freunden über die Unsterblichkeit der Seele spricht und zuletzt den Schierling trinkt. Der Titel trägt den Namen des Erzählers Phaidon von Elis, der in Phleius berichtet, was er im athenischen Gefängnis gesehen hat. Entstanden in den mittleren Jahren, wahrscheinlich um 380 vor Christus, gehört der Text zu den literarisch dichtesten Stücken Platons: Argument, Mythos und Sterbeszene greifen ineinander. Die Infobox folgt der zweisprachigen Reclam-Ausgabe.
Inhalt
Platon lässt Sokrates sterben, ohne ihn zu einem Märtyrer der Stadt zu machen. Die Freunde weinen; er tröstet sie mit der Behauptung, der Philosoph übe das Sterben schon im Leben, weil er die Seele vom Körper zu lösen suche. Wahrnehmung, Begierde, der Leib als Gefängnis: Wer wahrhaft erkennt, kehrt sich von den Sinnen ab. Daraus folgt die erste Reihe der Beweise. Die Gegensätze entstehen auseinander, Leben aus Tod, wie Wachen aus Schlaf; also müssen die Seelen der Toten irgendwo sein, um wiederzukommen. Lernen ist Wiedererinnerung an das, was die Seele vor der Geburt geschaut hat – sonst erklärte sich nicht, dass wir Gleichheit und Schönheit an ungleichen, unschönen Dingen erkennen. Was immer dasselbe bleibt, die Idee, ist der Seele verwandter als dem Körper, der zerfällt. Simmias und Kebes widersprechen: Die Seele könne Harmonie des Körpers sein, die mit ihm vergeht; oder sie überdauere viele Leiber und nutze sich ab wie ein Weber, der viele Mäntel überlebt und doch stirbt.
Sokrates nimmt die Einwände ernst und setzt nach. Die Harmonie kommt nach den Saiten; die Seele aber herrscht über den Körper und widersetzt sich ihm, sie ist also nicht dessen Stimmung. Was einer Idee teilhat, nimmt deren Gegenteil nicht an: das Ungerade wird nicht gerade, die Seele, die Leben mitbringt, nimmt den Tod nicht auf. Der letzte Beweis bindet die Seele an die Idee des Lebens und erklärt sie für unsterblich, nicht nur für langlebig. Ob der Schluss trägt, bleibt im Dialog selbst unter Spannung; Kebes gibt sich zufrieden, der Leser muss nicht. Es folgt der Mythos der Erde und der Unterweltsströme: die Seelen werden gerichtet, gereinigt oder in den Tartaros geworfen, die philosophischen gehen zu den Inseln der Seligen. Der Mythos leistet, was der Beweis nicht erzwingt: eine Geographie der Gerechtigkeit nach dem Tod.
Dann das Sterben. Sokrates badet, damit den Frauen die Leiche weniger Mühe macht, schickt die Familie fort, spricht mit dem Diener der Elf, nimmt die Schale und trinkt. Die Kälte steigt von den Füßen auf; die letzten Worte gelten einem Hahn für Asklepios – Dank an den Gott der Heilung, als wäre das Leben die Krankheit gewesen. Kriton schließt ihm Mund und Augen. Platon schreibt die Szene so genau, dass sie seither das Bild des philosophischen Todes trägt, und so hart, dass der Trost nicht billig wird: Die Freunde sind nicht überzeugt, sie sind verlassen. Wer den Phaidon nur als Unsterblichkeitsbeweis liest, verfehlt, dass hier ein Mensch stirbt, den die Stadt getötet hat. Wer nur die Szene liest, verfehlt die Strenge, mit der die Seele vom Körper getrennt werden muss, damit Erkenntnis möglich sei.
Einordnung
Der Phaidon steht zwischen der Apologie, die den Prozess gibt, und dem Kriton, der den Gehorsam gegen das Urteil; zusammen sind sie der sokratische Schluss. Die Ideenlehre, die im Symposion als Leiter des Eros erscheint, wird hier zur Ontologie der Seele. Aristoteles widerspricht in De anima: die Seele ist Form des lebendigen Körpers, nicht dessen Insasse. Augustinus nimmt in den Bekenntnissen die Unruhe der Seele auf, ohne Platons Wanderung der Seelen; René Descartes trennt in den Meditationen Geist und Körper noch einmal, nun als zwei Dinge. Die Beweise sind angegriffen worden, seit es den Dialog gibt. Geblieben ist der Satz, dass Denken ein Entwöhnen vom Leib ist – und die Szene, in der das argumentierende Leben aufhört.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
