Symposion

Platon · -380 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Symposion
Autor(en): Platon
Originaltitel: Συμπόσιον
Originalsprache: griechisch
Erstveröffentlichung:
Schlagwörter: Eros, Schönheit, Tugend, Unsterblichkeit
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam
Serie: Reclams Universal-Bibliothek
Umfang dieser Ausgabe: 215 Seiten
ISBN: 9783150184356
Verweise


Das Symposion ist ein Dialog von Platon über den Eros, entstanden in den mittleren Jahren, wahrscheinlich um 380 vor Christus. Sechs Reden bei einem Trinkgelage im Haus des Tragödiendichters Agathon, dazu der Einbruch des betrunkenen Alkibiades: Platon lässt fremde Lehren sprechen und bricht sie aneinander, bis Sokrates die Diotima zitiert. Der griechische Titel meint das gemeinsame Trinken; der philosophische Gegenstand ist die Liebe als Bewegung auf das Schöne und Gute. Die Infobox folgt der zweisprachigen Reclam-Ausgabe.

Inhalt

Platon schreibt den Eros nicht als Gefühl, das man hat, sondern als Mangel, der treibt. Phaidros rühmt ihn als ältesten Gott und als Quelle der Scham, die den Liebenden vor dem Geliebten vom Schlechten abhält. Pausanias spaltet ihn in den gemeinen und den himmlischen: nur der zweite gelte der Seele und der Tugend, nicht dem Körper. Eryximachos dehnt das auf die Heilkunst und die Harmonie der Gegensätze aus; Aristophanes erzählt den Mythos der Kugelmenschen, die Zeus zerschnitt und die einander suchen, weil jeder nur Hälfte ist. Agathon preist den Eros als jung, zart und selbst schön. Sokrates zerstört diese Rede mit einer Frage: Eros ist Verlangen, Verlangen gilt dem, was man nicht hat – also ist Eros nicht schön, sondern unterwegs zum Schönen.

Was folgt, ist nicht Sokrates’ eigene Stimme, sondern die Lehre der Seherin Diotima. Eros ist Daimon, weder Gott noch Sterblicher, Sohn der Armut und des Erwerbs: er jagt, was ihm fehlt. Wer schön zu zeugen sucht, steigt eine Leiter: vom schönen Körper zu den schönen Körpern, zu den schönen Seelen und Sitten, zu den schönen Erkenntnissen, bis zur Idee des Schönen selbst, die weder entsteht noch vergeht und an der alles Schöne nur teilhat. Unsterblichkeit heißt hier nicht Fortleben der Person, sondern Zeugung im Schönen – Kinder, Ruhm, vor allem Tugend, die der Stadt bleibt. Der philosophische Eros ist Arbeit, nicht Rausch. Alkibiades, der zuletzt kommt, widerlegt niemanden und bestätigt alles: er liebt Sokrates, der hässlich ist und innen Götterbilder trägt, und kann ihn nicht haben, weil Sokrates nicht den Körper will. Die Silenenrede ist das lebendige Gegenstück zur Leiter: das Schöne sitzt nicht im Gesicht.

Der Dialog bleibt Gastmahl und Prüfung zugleich. Keine Rede siegt durch Abstimmung; die spätere hebt die frühere auf, ohne sie zu tilgen. Aristophanes’ Sehnsucht nach der verlorenen Ganzheit bleibt wahr als Schmerz und falsch als Ziel, weil die Idee nicht die andere Hälfte ist, sondern das, woran beide Hälften Maß nehmen. Platon braucht die Szene – Kränze, Flötenspielerin, der Rausch –, damit die Abstufung nicht als Schulschema erscheint. Wer nur Diotima behält, verfehlt, dass der Eros hier durch widersprechende Stimmen geht, bevor er Lehre wird. Wer nur das Gelage behält, verfehlt die Härte: Liebe, die nicht zum Guten will, bleibt gemein, auch wo sie treu ist.

Einordnung

Neben Der Staat und dem Phaidon ist das Symposion der Dialog, in dem Platon die Idee nicht als Rangordnung der Stadt, sondern als Ziel des Begehrens zeigt. Der Gorgias hatte die Lust der Starken verworfen; hier wird die Lust nicht gestrichen, sondern auf eine Leiter verpflichtet. Aristoteles holt in der Nikomachischen Ethik die Freundschaft in die Mitte des gelungenen Lebens, ohne die Idee des Schönen; Plotin liest in den Enneaden den Aufstieg als Rückkehr der Seele zum Einen. Die christliche und die neuzeitliche Liebesrede haben Diotima getauft oder psychologisiert. Wer nach Platon über Eros, Bildung und das Schöne spricht, spricht hinter diesem Gelage.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.