Pseudo-Platon ist der gelehrte Name für unbekannte Verfasser griechischer Dialoge, die unter Platons Namen umliefen und schon in der Antike als unecht galten. Der Axiochos tröstet einen Sterbenden; der Sisyphos prüft, was eine Beratung überhaupt sei. Beide stehen in der Appendix Platonica, nicht in den Tetralogien.
Leben
Ein Leben gibt es nicht zu erzählen: Pseudo-Platon ist eine Zuschreibung, keine Person. Diogenes Laertios führt Axiochos, Sisyphos und weitere Stücke unter den Schriften auf, die übereinstimmend nicht von Platon stammten. Die Appendix – Eryxias, Axiochos, Über die Gerechtigkeit, Über die Tugend, Sisyphos, Demodokos – wurde dem Corpus nachträglich beigegeben, wahrscheinlich im ersten Jahrhundert vor Christus. Die Verfasser blieben anonym; wo die Forschung datiert, denkt sie an die Akademie des vierten Jahrhunderts oder an hellenistische Trost- und Werbeschriften. Der Umweg, der die Texte erklärt, ist Platons Ruhm: Unter seinem Namen fanden Schulübungen Leser, die sie als Platon nicht gefunden hätten.
Wirkung
Die unechten Dialoge haben die Form des sokratischen Gesprächs festgehalten, nachdem die Dialektik der echten Stücke erloschen war. Der Axiochos gehört zur Trostliteratur: Er spendet Halt, statt gemeinsam zu prüfen, und mischt epikureische Vernichtung mit platonischer Unsterblichkeit. Der Sisyphos mündet in die Ratlosigkeit und wirbt für die Philosophie, indem er den politischen Rat als Mutmaßen entlarvt. Humanisten übersetzten den Axiochos als Buch der Todesverachtung; Marsilio Ficino dachte an Xenokrates. Der Sisyphos blieb randständig.
Die Moderne hat die Stücke in die Anhänge der Platonausgaben verwiesen und oft als Machwerk gelesen. Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff tadelte den Axiochos; die mildere Lesart sieht Seelenführung, nicht Denkschwäche. Wer Platon sucht, findet ein Echo. Wer die Geschichte des Corpus sucht, findet hier die Grenze, an der die Antike selbst unecht sagte – und trotzdem abschrieb.
Werke
In Auswahl außerdem: Eryxias, Demodokos, Über die Tugend.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.