Rückkehr nach Reims
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Rückkehr nach Reims |
| Autor(en): | Didier Eribon |
| Originaltitel: | Retour à Reims |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 2009 |
| Schlagwörter: | Klasse, Scham, Homosexualität, Abstammung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Soziologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
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| Umfang dieser Ausgabe: | 240 Seiten |
| ISBN: | 9783518072523 |
| Verweise | |
Rückkehr nach Reims erschien 2009, deutsch 2016 bei Suhrkamp. Didier Eribon erzählt die Fahrt zur beerdigten Mutter als Soziologie der eigenen Herkunft: Arbeiterklasse, Scham, das Schweigen über den schwulen Sohn, die spätere Wahl der Front National durch Teile der Familie. Das Buch ist Selbstbeobachtung als Klassenanalyse, näher an Bourdieu als an der Beichte.
Inhalt
Eribon beschreibt den Aufstieg durch Schule und Paris als Verrat und Rettung. Die Sprache der Philosophie sollte die der Vorstadt tilgen; die Sexualität sollte unsichtbar bleiben, damit die Klasse nicht noch ein Stigma mehr hatte. Der Tod der Mutter zwingt die Rückkehr: Wohnblocks, der Vater, der nicht lesen mag, die Brüder, die politische Wende nach rechts. Klasse erscheint nicht als Statistik, sondern als Körperhaltung, Stimme, die Angst vor dem Geruch der Herkunft.
Die These trifft die Linke, die Herkunft vergessen hat, und die Identitätspolitik, die Klasse vergessen hat. Unsicher bleibt, wie weit Reims für Frankreich und für Deutschland gilt. Die deutsche Aufnahme war enorm, weil sie eine Sprache für Scham lieferte, die Soziologie oft meidet. Kritik nannte Narzissmus, Unterbestimmung von Rassismus, zu viel Bourdieu. Eribon hält an der Intimität fest, weil ohne sie Klasse Abstraktum bleibt.
Die Stärke ist die Bindung von Sexualität und Schicht, die sich gegenseitig verleugnen. Die Schwäche ist die Gefahr, aus einem Leben ein Gesetz zu machen. Wer nur den schwulen Intellektuellen sucht, unterschlägt Reims. Wer nur die Klasse sucht, unterschlägt das Verlangen, das die Klasse nicht nennen wollte. Annie Ernaux’ Die Jahre teilen das Archiv des Alltags; Eribon teilt die Scham des Aufstiegs.
Einordnung
Das Buch hat in Deutschland eine Debatte über Klasse eröffnet, die lange peinlich schien. Neben Bourdieus Die feinen Unterschiede steht es als Ich-Form derselben Lehre. Wer nach 2016 über Abstammung und Scham spricht, ohne nur Psychologie zu meinen, spricht oft mit Eribon. Soziologie heißt hier: zurückfahren, ohne heimisch zu werden.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
