Schlaflos

Stephen King · 1994 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Schlaflos
Autor(en): Stephen King
Originaltitel: Insomnia
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1994
Schlagwörter: Schlaflosigkeit, Derry, Aura, Kind
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Heyne


Umfang dieser Ausgabe: 1040 Seiten
ISBN: 9783453435827
Verweise


Schlaflos ist ein Roman von Stephen King, 1994 unter dem Originaltitel Insomnia erschienen, deutsch bei Heyne. Schauplatz ist erneut Derry in Maine, die Stadt, in der King schon Unheil hat wachsen lassen. Der Witwer Ralph Roberts verliert den Schlaf und gewinnt einen Blick, der Auren, Todesfäden und kleine kahlköpfige Ärzte sichtbar macht. Das Buch ist lang, umwegig, politisch in der Straßenkampagne um eine Klinik, und mündet in einen Kampf um ein Kind, das einer späteren King-Welt angehört. Es gilt nicht als sein schärfstes Werk, aber als eines, das die unsichtbare Ordnung hinter dem Alltag der Kleinstadt am weitesten aufklappt.

Inhalt

Ralph Roberts ist über siebzig, seine Frau ist tot, die Nächte werden kürzer, bis fast nichts mehr bleibt. Mit der Schlaflosigkeit kommen Farben um die Köpfe der Nachbarn, Fäden, die das Leben halten, und drei kleine Wesen in weißen Kitteln, die Ralph Clotho, Lachesis und Atropos nennt – die Parzen in Arztgestalt. Die einen schneiden, wenn die Zeit um ist; Atropos schneidet aus Bosheit und sammelt. Ralphs Freundin Lois Chasse teilt bald denselben Blick. In Derry tobt unterdessen ein Streit um eine Klinik für Schwangerschaftsabbrüche: Der Flugzeugbauer Ed Deepneau, von einer höheren Bosheit geritten, hetzt eine Bürgerwehr zusammen und steuert auf ein Blutbad zu. Ralph, der nur noch schlafen will, wird in den Streit gezogen, weil er sieht, was die Wütenden nicht sehen: dass Deepneau nicht allein handelt.

Hinter Deepneau steht eine Macht, die King den Purpurnen König nennt, eine Figur aus dem Dunklen-Turm-Kosmos, hier noch als Drohung am Rand. Ralph und Lois lernen, zwischen den Ebenen der Wirklichkeit zu wechseln, den „kurzen“ Alltag und die tieferen Schichten, in denen Atropos Spielzeug aus Leben macht. Sie verlieren Kräfte, gewinnen sie, zahlen mit Tagen und mit dem Körper. Im Zentrum der Bedrohung steht das Kind Patrick Danville, das zeichnet, was kommen wird, und das Deepneau töten soll, bevor es eine Rolle in einer späteren Geschichte spielen kann. Der Roman dehnt die Nächte, die Nachbarschaftshilfe, die Kleinstadtversammlung, bis aus Schlaflosigkeit ein Auftrag wird: das Kind durch den geplanten Anschlag zu bringen.

Die Entscheidung fällt in der Luft und auf der Straße, mit einem Flugzeug, das in eine Halle voller Menschen soll, und mit Ralph, der den Blick und das Leben einsetzt, die ihm bleiben. Deepneau wird gestoppt, Patrick überlebt, Atropos verliert dieses eine Spielzeug nicht ganz freiwillig. Ralph zahlt den Preis, den die Schlaflosigkeit von Anfang an verlangt hat: Er hat zu viel gesehen, um in denselben Schlaf zurückzukehren, und doch kommt ein Ende, das den Witwer nicht zum Heiligen macht. Lois bleibt die Gefährtin, die denselben Preis kennt. Derry geht weiter, wie Derry das tut: mit Narben, mit Verdrängung, mit dem nächsten Unglück, das schon unter der Erde wartet. Der letzte Blick gilt dem Kind, das zeichnen darf, weil zwei Alte nicht geschlafen haben.

Einordnung

King hat aus einem Altersthema – Schlaflosigkeit, Witwenschaft, die Unsichtbarkeit alter Leute – einen kosmischen Spannungsroman gemacht und damit Leser gespalten, die Derry lieber als Stadtroman wollten. Die Klinikdebatte der frühen neunziger Jahre ist zeitgebunden und im Buch nicht nur Kulisse: Sie liefert den Hass, den eine höhere Instanz benutzen kann. Bezüge zum Dunklen Turm und zu späteren Auftritten Patrick Danvilles machen Schlaflos zum Verbindungsstück in Kings größerem Zusammenhang; wer diese Linie nicht mag, empfindet die Länge als Umweg. Heyne hält die dicke Taschenbuchausgabe; der englische Titel bleibt im Untertitel oft stehen, weil „Insomnia“ als Krankheitswort genauer sitzt als das deutsche „schlaflos“.

Eine Verfilmung von Rang hat das Buch nicht gefunden; es lebt als Leseerfahrung der langen Nächte. Neben den schärferen Derry-Romanen steht es als das Werk, in dem die Stadt fast nebensächlich wird gegenüber dem, was über ihr hängt. King nimmt sich das Recht, alte Leute zu Helden zu machen, ohne sie zu verkindlichen. Wer nach ihm über Auren, Parzen und die Ethik des Abschneidens spricht, hat oft diese kahlköpfigen Ärzte im Sinn, nicht die antike Statue.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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