Sokratische Denkwürdigkeiten
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Sokratische Denkwürdigkeiten |
| Autor(en): | Johann Georg Hamann
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1759 |
| Schlagwörter: | Sokrates, Sprache, Offenbarung, Aufklärung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | Reclams Universal-Bibliothek |
| Umfang dieser Ausgabe: | 80 Seiten |
| ISBN: | 9783150079782 |
| Verweise | |
Die Sokratischen Denkwürdigkeiten für die lange Weile des Publicums zusammengetragen von einem Liebhaber der langen Weile sind die 1759 in Amsterdam – mit fingiertem Ort – erschienene Schrift von Johann Georg Hamann. Sokrates gegen die Schulvernunft: Unwissenheit als Wissen, Genie als Gabe, Sprache vor der Abstraktion. Kant war der Freund, der das Büchlein las und die Kritik der reinen Vernunft noch vor sich hatte.
Inhalt
Hamann rettet Sokrates vor den Aufklärern, die ihn zum Kronzeugen der Vernunft machen wollen. Das Daimonion, die Unwissenheit, die Ironie: Sokrates weiß, dass er nicht weiß, und das ist mehr als die Schulmeister, die wissen, ohne zu leben. Hamann schreibt nach der Londoner Krise, in Rätseln, Anspielungen, mit der Schrift als Grund, den die Vernunft nicht legt. Sprache und Offenbarung kommen vor der Analyse; Sinnlichkeit vor dem Begriff. Das Genie empfängt, es konstruiert nicht aus Regeln. Gottscheds Critische Dichtkunst ist die ferne Gegnerin; die nahe ist die Königsberger Schulphilosophie, die Hamann von innen kennt.
Der Ton ist dunkel, absichtlich, der Magus in der Nußschale. Wer Klarheit will, wird vertrieben; wer bleibt, findet die Schärfe gegen eine Vernunft, die Sprache für ein Werkzeug hält, das man nach dem Gedanken aufhebt. Hugo von Hofmannsthals Ein Brief wird die Sprachkrise anders inszenieren; Hamann kennt keine Krise der Namen, sondern ihre Herkunft aus Offenbarung und Leib. Wer nur den Dunklen sucht, unterschlägt die Polemik. Wer nur den Vorläufer Kierkegaards meint, unterschlägt Sokrates, der hier nicht Existenzialist ist, sondern der, der nicht weiß und deshalb fragt.
Unsicher bleibt, wie weit das Büchlein eine Philosophie ist oder eine Invektive in Masken. Hamann will nicht System. Er will die Aufklärung an der Stelle treffen, wo sie den Menschen zum Schulbeispiel macht. Kant hat respektiert und nicht nachgeahmt; Herder hat genommen, was zur Sprache der Völker wurde. Die Denkwürdigkeiten bleiben klein und haben die Gegenaufklärung mit einem Sokrates versorgt, der nicht Voltaire ist.
Einordnung
Die Denkwürdigkeiten haben der deutschen Gegenvernunft das sokratische Recht gegeben, Unwissenheit für tiefer zu halten als Schulwissen. Kant steht daneben, nicht dagegen, als Freund. Hofmannsthals Brief ist die moderne Sprachkrise ohne Hamanns Offenbarung. Wer nach 1759 Sokrates gegen die Aufklärung führt, führt oft Hamann – auch dort, wo er ihn nicht gelesen hat.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
