The Language of New Media

Lev Manovich · 2001 · Sachbuch, Medienwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: The Language of New Media
Autor(en): Lev Manovich


Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2001
Schlagwörter: Datenbank, Algorithmus, Interface, Digitales
Sachgebiete: Sachbuch, Medienwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: MIT Press


Umfang dieser Ausgabe: 354 Seiten
ISBN: 9780262133746
Verweise


The Language of New Media ist die 2001 erschienene Untersuchung von Lev Manovich. Sie beschreibt das Digitale als Sprache, die Film, Druck und Datenbank erbt und umstellt. Gegen die Rhetorik des völlig Neuen setzt sie eine Poetik der Formen, in der das Programm zur Kulturtechnik wird.

Inhalt

Manovich widerspricht der Behauptung, neue Medien seien ohne Herkunft. Numerische Darstellung, Modularität, Automatisierung, Variabilität und die Übersetzung zwischen Kulturschicht und Rechnerschicht sind Prinzipien, die das Digitale vom Analogon unterscheiden und trotzdem an Montage, Fläche und Kino gebunden bleiben. Die Datenbank wird zur Form, die die Erzählung überlagert: Statt eines Schlusses gibt es den Vorrat, aus dem der Algorithmus auswählt und anordnet. Das Interface, der Zugang, ist keine Oberfläche über einem neutralen Inhalt. Es ist die Politik des Zugangs: Wer darf was sehen, in welcher Ordnung, mit welcher Freiheit der Wahl. Der Film bleibt die geheime Schule dieser Sprache, weil Schnitt, Fenster und Bewegung schon vor dem Rechner geübt waren. Die Gegenthese des Bruchs, das Digitale sei ein anderes Zeitalter ohne Vorfahren, wird durch die Genealogie der Formen widerlegt. Neu ist die Kopplung, nicht die Erfindung aus dem Nichts.

Das Buch bleibt formal, mit der Filmwissenschaft als Schulung und mit Beispielen aus der frühen Rechnerkunst, dem Computerspiel und der Montage. Gegen Friedrich Kittlers Ende des Menschen setzt Manovich die Fortschreibung der alten Medien im Code: Der Operateur verschwindet nicht, er wird zum Benutzer von Programmen, die ältere Kulturtechniken speichern. Das Programm erscheint als das, was Kultur sichtbar und handhabbar macht, nicht als unsichtbares Werkzeug. Die Gegenthese der Soziologie, es zähle Besitz, Arbeit und Überwachung, nicht die Poetik der Datenbank, bleibt am Rand; Manovich schreibt eine Formenlehre, keine Gesellschaftstheorie. Kritik hat genau das genannt: zu wenig Macht, zu viel Ästhetik, zu nah am Kino der zwanziger Jahre. Der Gewinn liegt in der Prüfbarkeit der Kategorien, die sich an konkreten Oberflächen nachvollziehen lassen.

Der Ton ist klar, amerikanisch und ohne Prophetie, näher am Lehrbuch einer neuen Disziplin als am Manifest. Die Digitalitätsforschung hat den Band zum Maßstab gemacht, weil er Begriffe lieferte, mit denen sich Werke, Netzauftritte und Programme beschreiben ließen, ohne in die Rhetorik der Revolution zu fallen. Die deutschsprachige Germanistik las daneben Siegfried Zielinski und Kittler, die Sackgasse und die Schaltung; zusammen ist das die Lage nach 2001. Die Stärke ist die Sprache für das, was auf dem Schirm geschieht. Die Schwäche ist die Distanz zu den Ökonomien, die denselben Schirm besitzen.

Einordnung

2001 ist die Gründung einer Sprache digitaler Medien, die das Seminar der folgenden Jahre geprägt hat, in den Vereinigten Staaten wie in der Übersetzung. Henry Jenkins hat später die Beteiligung und die Wanderung der Stoffe betont; Manovich bleibt bei der Form, bei Datenbank und Zugang. N. Katherine Hayles hatte den Körper gegen die körperlose Nachricht gehalten; hier zählt die sichtbare Ordnung der Programme. Wirkung entfaltete das Buch als Kanon der Digitalitätsforschung, oft als Pflicht, manchmal als Korrektiv gegen Technikbegeisterung. Nachbarschaft zu Kittler und Zielinski bleibt deutschsprachig die Spannung zwischen Apparat, Variante und Poetik. Das Buch bleibt der Ort, an dem das Digitale eine Geschichte hat und der Zugang eine Politik, nicht nur eine Fläche.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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