The Linguistic School of Prague

Josef Vachek · 1966 · Sachbuch, Sprachwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: The Linguistic School of Prague
Autor(en): Josef Vachek


Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1966
Schlagwörter: Prag, Phonologie, Schrift, Nachgeschichte
Sachgebiete: Sachbuch, Sprachwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Indiana University Press


Umfang dieser Ausgabe: 220 Seiten
ISBN: 9780253334701
Verweise


The Linguistic School of Prague. An Introduction to Its Theory and Practice ist das 1966 bei Indiana University Press erschienene Buch von Josef Vachek über den Prager Linguistenkreis. Es geht auf Vorträge zurück, die Vachek 1964 in Bloomington gehalten hat, und stellt die Schule einem englischsprachigen Publikum dar, das die Thesen von 1929 nicht mehr als Gegenwart las. Eine deutsche Gesamtübersetzung fehlt.

Inhalt

Vachek erzählt die Vorgeschichte des Kreises, den Vilém Mathesius 1926 in Prag versammelte, und die Lage der Sprachwissenschaft, in die dieser Kreis trat: gegen den Atomismus der Junggrammatiker, neben und gegen Ferdinand de Saussures Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, in Spannung zur Kopenhagener Glossematik und zur amerikanischen Deskriptivistik, die in Yale um Bloomfield eine andere Härte suchte. Prag denkt die Sprache als System von Systemen in Bewegung: eine dynamische Struktur, in der Zentrum und Peripherie, Norm und Abweichung, Synchronie und Geschichte zusammengehören. Was nicht mehr gilt, verschwindet nicht einfach; es rückt an den Rand und kann wieder vorrücken. Vachek, selbst Mitglied der ersten Generation, schreibt als Beteiligter, nicht als Archivar. Ohne solche Darstellungen wäre Prag ein Gerücht der Zitate geblieben, ähnlich wie Victor Erlichs Russischer Formalismus den Formalismus für den Westen historisiert hat.

Die Kapitel gehen die Ebenen durch, an denen die Schule Wissenschaft war. Auf der Lautseite gilt die Phonologie Nikolaj S. Trubetzkoys und Roman Jakobsons: Oppositionen, die Bedeutung tragen, nicht Schallwellen, die man misst; und zwar synchron und diachron, weil Prag die Geschichte nicht aus dem System verbannt hat. Morphonologie, Morphologie, Satz und Stil folgen als funktionale Schichten, nicht als Inventare. Besonderes Gewicht legt Vachek auf die geschriebene Sprache, sein eigenes Arbeitsfeld: Schrift ist kein Abklatsch der Rede, sondern ein zweites System mit eigenen Mitteln und eigenen Aufgaben. Die Fortsetzung nach Krieg und Emigration gehört dazu: Die Schule hat noch gedacht, statt nur erinnert zu werden, und die Schriftlinguistik ist dafür der deutlichste Beleg. Mathesius' funktionale Satzperspektive, Bohuslav Havráneks Lehre von der Schriftsprache und die poetische Funktion Jakobsons erscheinen hier als Teile eines Zusammenhangs, nicht als Namenliste.

Der Schluss bezieht die Prager Ideen auf die mathematische und angewandte Linguistik der sechziger Jahre, die sich, so Vachek, von den dreißiger Jahren hat anregen lassen, ohne deren Funktionsbegriff zu teilen. Das Buch ist englisch, ruhig im Ton, lehrbuchhaft ohne den Anspruch, die Quellen zu ersetzen. Die Kritik hat die Glättung genannt: eine Schule, die aus Russen, Tschechen, Emigranten und einander widersprechenden Temperamenten bestand, wird zur einheitlichen Lehre; die Brüche nach 1939 und nach 1948 treten hinter der Darstellung zurück. Geblieben ist die lesbare Adresse. Die Grundzüge der Phonologie und die Thesen von 1929 tragen die Härte; Vachek trägt die Nachgeschichte, ohne die Prag in Amerika ein europäisches Gerücht geblieben wäre.

Einordnung

Vachek hat der Prager Schule die englische Stimme gegeben, mit der sie nach 1945 in den Seminaren des Westens ankam. Neben den Thesen des Prager Linguistenkreises und Trubetzkoys Grundzügen steht dieser Band als Darstellung, nicht als Manifest: Erlichs Formalismusbuch ist der Nachbar in der Gattung, Mathesius' Die funktionale Linguistik und Havráneks Studien zur Schriftsprache die Nachbarn in der Sache. Die spätere funktionale generative Beschreibung in Prag hat sich auf denselben Kreis berufen; Vachek hält die klassische Periode fest, bevor aus der Schule eine Tradition unter anderem Namen wurde. Ohne diese Vermittlung bleiben oft nur die Zitate, die Vachek erst lesbar gemacht hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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