Vom Kriege

Carl von Clausewitz · 1832 · Sachbuch, Militärwesen


Das Werk
Deutscher Titel: Vom Kriege
Autor(en): Carl von Clausewitz
Herausgeber: Marie von Clausewitz
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1832
Schlagwörter: Krieg, Politik, Strategie, Reibung
Sachgebiete: Sachbuch, Militärwesen
Greifbare Ausgabe
Verlag: Ullstein


Umfang dieser Ausgabe: 850 Seiten
ISBN: 9783548360065
Verweise


Vom Kriege ist das nachgelassene, 1832 von Marie von Clausewitz herausgegebene Werk von Carl von Clausewitz über den Krieg als politisches Handeln. Es blieb Fragment und wurde trotzdem das Buch, nach dem Generalstäbe, Revolutionäre und die Lehre vom Staat den Ernstfall dachten.

Inhalt

Krieg ist ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung des eigenen Willens zu zwingen. Diese Bestimmung ist einfach und reicht nicht. Clausewitz setzt dagegen die berühmte Wendung: Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Die Politik setzt den Zweck; die Gewalt ist das Mittel; wer das Mittel zum Zweck macht, führt nicht Krieg, sondern ein Gemetzel ohne Richtung. Der absolute Krieg – die Steigerung der Gewalt bis zur äußersten Kraftäußerung – ist eine Idee, an der das Denken sich klärt. Der wirkliche Krieg ist immer begrenzt: durch den politischen Zweck, durch die eigenen Kräfte, durch das, was Clausewitz Reibung nennt. Reibung ist der Abstand zwischen dem Plan und dem Tag, an dem Regen, Furcht, falsche Nachricht und der Eigenwille der Untergebenen den Plan zerlegen. Theorie, die das nicht kennt, ist Rezeptkunst.

Aus dieser Härte folgt die berühmte Dreifaltigkeit. Der Krieg hat drei Tendenzen, die einander nicht zur Ruhe bringen: die ursprüngliche Gewalt als blinder Naturtrieb, das Spiel des Zufalls und der Wahrscheinlichkeit, die Vernunft des politischen Zwecks. Dem Volk gehört die Leidenschaft, dem Feldherrn und dem Heer das Spiel, der Regierung der Zweck. Wer eine dieser Seiten streicht, versteht den Krieg nicht. Die Verteidigung ist stärker als der Angriff, weil sie den Boden, die Zeit und das Beharren hat; der Angriff muss siegen, die Verteidigung muss nicht verlieren. Clausewitz denkt in Schwerpunkten: Es gibt in jeder Lage einen Punkt, auf den die Kräfte zu richten sind, und wer ihn verfehlt, siegt in Nebendingen. Gefecht, Marsch, Quartier, die Moral der Truppe, das Genie des Feldherrn – alles wird auf den Zweck bezogen, nichts bleibt Handwerk um seiner selbst willen.

Das Buch ist unfertig, in sich verschoben, voller Wiederholungen und Korrekturen. Clausewitz hat nach 1827 den politischen Satz schärfer gesetzt und ältere Kapitel nicht mehr überall nachgezogen. Die Witwe hat geordnet, nicht geglättet. Man liest deshalb einen Denker bei der Arbeit, keinen Katechismus. Die Schlachten Napoleons sind der Stoff, Jena die Wunde: Preußen zerbrach, weil es den Krieg als Form kannte und die Politik der Revolution nicht. Clausewitz schreibt gegen die Feldherrnbücher, die aus Regeln Siege machen, und gegen die Hoffnung, der Krieg lasse sich aus der Welt schaffen, indem man ihn als Unfall behandelt. Er analysiert die Gewalt, er heiligt sie nicht. Dass man ihn später als Bibel der Totalität gelesen hat, liegt an Stellen, die die Steigerung feiern – und an Lesern, die die Politik strichen, die diese Steigerung begrenzen soll.

Einordnung

Vom Kriege hat die moderne Strategie begründet und sie zugleich gegen sich selbst lesbar gemacht. Neben Sunzis Die Kunst des Krieges steht es als das europäische Buch des Ernstfalls: nicht List und Haltung, sondern Staat, Zweck und Reibung. Die preußische Schule, Lenin, Mao, die französischen Offiziere in Algerien, die amerikanische Lehre nach Vietnam haben jeweils die Stelle genommen, die sie brauchten – die Vernichtung, den Volkskrieg, die Politik, die Begrenzung. Wer Clausewitz nur als Ahnen des totalen Krieges führt, unterschlägt das Primat der Politik. Wer ihn nur als Warner vor der Gewalt führt, unterschlägt, dass er die Gewalt nicht moralisch zähmt, sondern begreift. Nach diesem Buch kann man den Krieg noch verabscheuen. Man kann ihn nicht mehr als reines Militärgeschäft beschreiben, ohne die Politik zu leugnen, die ihn will.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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