Wissenschaft als Beruf
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Wissenschaft als Beruf |
| Autor(en): | Max Weber
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1919 |
| Schlagwörter: | Entzauberung, Spezialisierung, Wertfreiheit, Beruf |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Soziologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 80 Seiten |
| ISBN: | 9783150093887 |
| Verweise | |
Wissenschaft als Beruf ist der erweiterte Text eines Vortrags, den Max Weber am 7. November 1917 in München vor dem Freistudentischen Bund hielt und der im Juli 1919 erschien. In der Reihe „Geistige Arbeit als Beruf“ sagt er, was Wissenschaft noch sein kann in einer entzauberten Welt. Sinnstiftung von der Kathederkanzel darf sie nicht mehr sein; Politik gehört nicht ins Kolleg. Spezialisierung, Zufall der Karriere und die Leidenschaft für die Sache treten an die Stelle der Weltanschauung. Der zweite Vortrag derselben Reihe, Politik als Beruf, hat denselben Schnitt von der anderen Seite gezogen.
Inhalt
Weber spricht gegen zwei Erwartungen der Jugend nach dem Krieg: dass Wissenschaft eine Weltanschauung liefere und dass der Lehrer im Hörsaal zum Propheten werde. Zuerst die äußeren Bedingungen. Er vergleicht deutsches und amerikanisches Universitätssystem, Aufstiegschancen, Gehalt und den Zufall, der Karrieren entscheidet. Man muss für die Wissenschaft leben und von ihr leben können; beides fällt auseinander. Nur durch strenge Spezialisierung erreicht der wissenschaftliche Arbeiter das Gefühl, einmal etwas geleistet zu haben, das dauert. Persönlichkeit auf diesem Gebiet hat nur, wer der Sache dient, nicht wer sie als Ausdruck seiner Seele benutzt.
Dann der innere Beruf. Wissenschaft gibt Antworten auf die Frage, was wir tun sollen, wenn wir das Leben technisch beherrschen wollen. Ob wir es beherrschen sollen und ob das Sinn hat, lässt sie dahingestellt. Alle Naturwissenschaft ruht auf Voraussetzungen, deren Wert sie nicht beweist; wird die Voraussetzung verworfen, fällt der Wert der Wissenschaft. Die Entzauberung der Welt – Webers Formel für die Austreibung der Magie durch Rechnung und Experiment – macht den Kosmos berechenbar und den Sinn leer. Die Frage nach dem letzten Grund des Lebens ist deshalb nicht durch Wissenschaft allein zu klären. Im Hörsaal hat der Lehrer zu reden und der Hörer zu schweigen; diesen Zwang zur Politik zu nutzen, die Studenten nach der eigenen Anschauung zu stempeln, hält Weber für unverantwortlich. Politik gehört nicht ins Kolleg. Der zweite Vortrag derselben Reihe, Politik als Beruf, hat denselben Schnitt von der anderen Seite gezogen.
Unsicher bleibt, wie kalt die Wertfreiheit gemeint ist. Hans Ulrich Gumbrecht hat gegen die traditionelle Lesart geltend gemacht, Weber ziele auf innovatives Denken und auf unbequeme Wahrheiten, nicht auf Neutralität als Tugend der Angepassten. Zwischen dem Wert eines Gedankens und seinem Nutzen besteht nur ein zufälliges Verhältnis. Die soziale Wirksamkeit der Universität läge in ihrem Verwandlungspotential, nicht in der Weltanschauung des Dozenten. Wer den Vortrag als Absage an Engagement liest, verfehlt die Leidenschaft, die Weber zur Voraussetzung der Wissenschaft macht; wer ihn nur als Karriereratgeber liest, verfehlt die Entzauberung.
Einordnung
Zusammen mit Politik als Beruf gehört der Text zu den klassischen Selbstbeschreibungen der Moderne: Beruf, Spezialisierung, Machtstaat, Sinnverlust. Friedrich Nietzsche hatte in den Unzeitgemäßen Betrachtungen die historische Bildung als Krankheit diagnostiziert; Weber diagnostiziert die Wissenschaft als Betrieb, der Größe nur noch in der Nische erlaubt. Die Soziologie hat den Vortrag zur Gründungsurkunde der wertfreien Lehre gemacht, oft schmaler als der Text. Die Geisteswissenschaften haben sich an der Zumutung abgearbeitet, unbequeme Wahrheiten zu produzieren, ohne sie als Heilslehre zu verkaufen.
Das Missverständnis, Weber predige den Fachidioten, verfehlt den Satz über die Persönlichkeit, die der Sache dient. Geblieben ist die Trennung von Wissenschaft und Prophetie – und die Melancholie, dass nach der Entzauberung der Sinn nicht als Zugabe der Methode wiederkehrt. Wer im 20. Jahrhundert über die Universität gesprochen hat, hat hinter diesem Vortrag gesprochen, auch wo er widersprach.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
