Anatomie der Kritik

Northrop Frye · 1957 · Sachbuch, Literaturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Anatomie der Kritik
Autor(en): Northrop Frye
Originaltitel: Anatomy of Criticism
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1957
Schlagwörter: Mythos, Gattung, Archetyp, Kritik
Sachgebiete: Sachbuch, Literaturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag:
Umfang dieser Ausgabe: 383 Seiten
ISBN:
Verweise


Die Anatomie der Kritik (englisch Anatomy of Criticism) ist das 1957 erschienene Hauptwerk von Northrop Frye über die Literatur als Ordnung von Mythen, Gattungen und Archetypen. Kritik soll Wissenschaft der Formen sein, nicht Wertung von Meisterwerken und nicht Anhängsel der Biographie.

Inhalt

Frye setzt vier Essays: historische Kritik als Theorie der Modi, ethische als Theorie der Symbole, archetypische als Theorie der Mythen, rhetorische als Theorie der Gattungen. Frühling der Komödie, Sommer der Romanze, Herbst der Tragödie, Winter der Satire: Jahreszeiten, in denen sich Handlungen wiederholen, weil die Literatur ein geschlossener Mythos ist, dessen Zentrum die Bibel und die klassische Überlieferung speisen. Der Held steigt und fällt, die Welt ist heilig oder dämonisch, die Ironie kehrt den Mythos um, ohne ihn zu verlassen. Das ist keine Psychologie Jungs im engen Sinn. Es ist eine Topographie, in der jedes Werk einen Ort hat.

Die Polemik gilt der Kritik, die nur wertet, und der Philologie, die nur Fakten häuft. Frye will ein Organon, das die Literatur von innen beschreibt, wie die Anatomie den Körper. Wayne C. Booths Die Rhetorik der Erzählkunst fragt nach dem Erzähler und dem Leser; Frye fragt nach dem Mythos, der beide trägt. Der Ton ist kanadisch-anglikanisch, gelehrt, mit der Gefahr der Totalität, die jedes Gedicht einsortiert. Wer nur den Systembauer sucht, findet ihn. Wer die Essays als Werkzeuge liest, findet Unterscheidungen, die man brauchen kann, ohne das ganze Jahr zu schlucken.

Unsicher bleibt, ob die westliche Bibel als Subtext die Weltliteratur trägt. Frye kennt die Grenze und hält am Kanon fest, den er anatomisiert. Die Dekonstruktion hat die Totalität angegriffen; die Mythoskritik hat das Vokabular behalten. 1957, dasselbe Jahr wie Chomskys Strukturen: zwei Organa, eines der Sätze, eines der Erzählungen. Beide wollen Wissenschaft, wo zuvor Kunstverstand war. Beide haben Schulen erzeugt und Gegner, die das Organon für Käfig hielten.

Einordnung

Die Anatomie hat der Literaturtheorie das archetypische Organon gegeben, neben dem New Criticism und vor dem französischen Strukturalismus der Erzählung. Genettes Die Erzählung ist genauer in Stimme und Zeit; Frye weiter in Mythos und Gattung. Wer nach 1957 Kritik als System der Literatur will, nicht als Geschmack, spricht Frye – auch dort, wo er die Jahreszeiten nicht mitmacht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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