Medea

Euripides · 431 v. Chr. · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Medea
Autor(en): Euripides
Originaltitel: Μήδεια
Originalsprache: altgriechisch
Erstveröffentlichung: 431 v. Chr.
Schlagwörter: Rache, Kindestötung, Korinth, Fremde
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 111 Seiten
ISBN: 9783150187685
Verweise


Medea ist die 431 v. Chr. in Athen aufgeführte Tragödie von Euripides. Die kolchische Magierin, die Jason das Goldene Vlies gewonnen und für ihn gemordet hat, wird in Korinth verstoßen und tötet die Söhne. Das Stück ist die älteste erhaltene Fassung dieses Mords.

Inhalt

Jason nimmt eine neue Frau, die Tochter des Königs Kreon, und will Medea samt den Kindern aus der Stadt schaffen. Die Amme fürchtet, was die Herrin schon weiß; der Chor der korinthischen Frauen hört eine Fremde, die Griechisch redet und nicht dazugehört. Medea kommt heraus und rechnet vor: Sie hat für diesen Mann die Heimat verraten, den Bruder zerstückelt, Pelias umbringen lassen, und er dankt es mit einer Hochzeit, die sie zur Bettlerin macht. Kreon gewährt einen Tag Aufschub, gegen die eigene Ahnung. In diesem Tag liegt das Stück. Medea wirft sich nicht in Klage; sie plant.

Jason spricht die Sprache des Nutzens: Die königliche Verbindung sichere die Söhne, sie solle vernünftig sein. Medea lässt sich auf die Rede ein, schickt ihn fort und gewinnt von Aigeus, dem Athener, ein Asyl gegen Kindersegen. Dann kommt die Wendung, die das Stück ungeheuer macht: Die Rache soll Jason treffen, wo er nicht ersetzt, was sie verloren hat – an den Kindern, die seine sind. Sie zögert, redet sich zu, sieht die Gesichter, entscheidet sich neu. Der Giftmantel und das Diadem gehen an die Braut; Kreon stirbt mit der Tochter, im Fleisch verklebt. Ein Bote erzählt es, solange die Bühne die Leichen nicht zeigen muss.

Dann tötet Medea die Söhne im Haus, mit der Klinge, nicht als Unfall und nicht als Wahnsinn, den die Götter schicken. Jason kommt zu spät, will die Toten begraben und die Täterin strafen. Sie erscheint über dem Palast auf dem Wagen des Helios, die Leichen bei sich, unerreichbar. Sie weissagt ihm den schlechten Tod und geht nach Athen. Kein Chor kann das wenden, kein Gott spricht sie los. Euripides lässt sie nicht als Furie ohne Rede stehen: Sie hat begründet, gezweifelt und getan. Die Kindestötung ist die Mitte, nicht ein Nachsatz. Wer das Stück spielt, muss die Söhne tot haben, nicht nur die Kränkung.

Einordnung

Euripides hat aus dem Mythos die Rede einer Verstoßenen gemacht und die attische Bühne gezwungen, einer Fremden zuzuhören, bevor sie mordet. Die Komödie hat ihn dafür verspottet; die Neuzeit hat Medea zur Betrogenen, zur Barbarin, zur Rächerin der Frauen gemacht – oft indem sie die Leichen der Kinder in Sinnbilder verwandelte. Das Stück erlaubt keine Reinwaschung. Neben der Orestie, in der der Muttermord vor Gericht kommt, bleibt Medea der Mord, für den kein Areopag tagt. Phädra begehrt und richtet das Haus zugrunde; Medea begehrt nicht den Stiefsohn, sie tilgt die Nachkommenschaft. Grillparzer und Medea: Stimmen haben weitergeschrieben; der erste Text bleibt der, in dem die Mutter die Söhne tötet und davonfliegt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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