Prinz Friedrich von Homburg

Heinrich von Kleist · 1821 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Prinz Friedrich von Homburg
Autor(en): Heinrich von Kleist


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1821
Schlagwörter: Befehl, Traum, Todesangst, Gesetz
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 96 Seiten
ISBN: 9783150001783
Verweise


Prinz Friedrich von Homburg ist das Schauspiel von Heinrich von Kleist, 1809 bis 1811 geschrieben, 1821 in Wien uraufgeführt, ein Jahrzehnt nach dem Tod des Autors. Der preußische Hof wollte es nicht: Ein Prinz, der vor der Hinrichtung um sein Leben winselt, schickte sich nicht zur Lehrtafel der Staatsräson. Kleist hat den Sieg von Fehrbellin in einen Traum und ein Todesurteil gelegt und beides nicht entschieden.

Inhalt

Im Schlossgarten von Fehrbellin sitzt der Prinz von Homburg, General der Reiterei, nachts im Halbschlaf und flicht sich einen Lorbeerkranz. Der Kurfürst, die Kurfürstin und Natalie, die Nichte, treten zu ihm; Natalie windet ihm den Kranz, er greift danach und behält ihren Handschuh. Erwacht, bringt er die Verwirrung in den Kriegsrat und hört den Befehl nicht: Er soll mit der Kavallerie warten, bis der Kurfürst das Geschützzeichen gibt. Der Handschuh, den Natalie am Tisch sucht, reißt ihn aus der Lage, in der man Befehle behält. Die Schlacht gegen die Schweden beginnt; der Prinz greift zu früh an und siegt. Der Kurfürst lässt den Offizier, der den Befehl gebrochen hat, verhaften, ohne zuerst den Namen zu prüfen. Es ist der Prinz. Der Sieg gehört dem Land, das Grab dem, der ihn erzwungen hat.

Im Kerker fällt der Held in die Todesangst, die das Stück berühmt und dem Hof unerträglich gemacht hat. Er sieht das offene Grab, wirft sich der Kurfürstin zu Füßen, will Natalie fahrenlassen, Rang, Ruhm, alles, wenn man ihn leben lässt. Natalie bringt dem Kurfürsten die Bitte und erhält einen Brief: Der Prinz sei frei, sobald er das Urteil selbst für ungerecht erklärt. Sie trägt den Brief in die Zelle als Rettung; der Prinz liest ihn als Probe. Nach der Angst kommt die Scham, nach der Scham die Einsicht, dass ein Heer nicht siegen kann, wenn jeder den Befehl durch das eigene Gefühl ersetzt. Er schickt die Bitte zurück und nennt das Urteil gerecht. Der Kurfürst hat den Gehorsam, den er wollte, und einen Menschen, der durch die Furcht gegangen ist.

Die Schlussszene wiederholt den Anfang wie ein zweiter Traum. Der Prinz wird gefesselt in den Garten geführt, Kanonen, die Binde, der Kranz, Natalie, der Lorbeer – dann der Jubel, die Begnadigung, der Ruf ins Feld. »Ein Traum, was sonst?« fragt er, und die Offiziere fallen ein: »In Staub mit allen Feinden Brandenburgs!« Das Stück lässt offen, ob der Kurfürst erzogen oder gebrochen hat, ob der Sieg die Lehre bestätigt oder der Traum sie verschlingt. Historisch hat der Homburger bei Fehrbellin nicht so gestanden; Kleist hat die Schlacht gebraucht, nicht die Akte. Der nachtwandlerische Rahmen sagt, dass Ruhm und Grab aus demselben Schlaf kommen.

Einordnung

Kleist hat das preußische Schauspiel geschrieben und es zugleich unbrauchbar gemacht: Staatsräson und Todesfurcht stehen unversöhnt, der versöhnliche Schluss trägt die Binde noch im Gesicht. Neben Wallenstein steht der Prinz als der Feldherr, der nicht zaudert, sondern zu früh handelt, und trotzdem vor denselben Sternen der Macht endet – hier heißen sie Kurfürst. Neben Hamlet der Zögernde, der diesmal schläft statt nachzudenken; neben Michael Kohlhaas der Mann, den das Gesetz trifft, bis er es von innen bejaht, ohne dass klar wäre, ob das Bejahen Freiheit ist. Die Uraufführung kam zu spät für den Autor; das 19. Jahrhundert hat den Schluss patriotisch gehört, das 20. die Angst. Penthesilea zeigt dasselbe Gefühl ohne den Staat, der begnadigen kann.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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