Zen-Buddhismus. Tradition und lebendige Gegenwart

Alan Watts · 1957 · Sachbuch, Religionswissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Zen-Buddhismus. Tradition und lebendige Gegenwart
Autor(en): Alan Watts
Originaltitel: The Way of Zen
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1957
Schlagwörter: Zen, Leerheit, Meditation, Dao
Sachgebiete: Sachbuch, Religionswissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt
Serie: rowohlts deutsche enzyklopädie
Umfang dieser Ausgabe: 264 Seiten
ISBN: 9783499551291
Verweise


The Way of Zen ist das 1957 bei Pantheon in New York erschienene Buch von Alan Watts über den Zen-Buddhismus und die ostasiatische Philosophie. Manfred Andrae übertrug es 1961 für Rowohlts deutsche Enzyklopädie unter dem Titel Zen-Buddhismus. Tradition und lebendige Gegenwart. Es wurde eines der meistverkauften Bücher, die einem westlichen, oft jungen Publikum den Buddhismus nahebrachten. Watts, in England geboren und in den Vereinigten Staaten als Interpret ostasiatischen Denkens bekannt geworden, zeichnet Zen als Verbindung chinesischen Daoismus und des Mahayana-Buddhismus. Das Buch ist Darstellung und Werbung in einem: Es will den Westen von der Vorstellung lösen, Philosophie sei nur logische Konstruktion.

Inhalt

Watts schreibt gegen eine westliche Denkgewohnheit, die Wirklichkeit nur anerkennt, wo sie sich in Begriffe und Schlüsse fassen lässt. Der erste Teil erzählt Herkunft und Geschichte: indische Lehre vom Anatman, dem Nicht-Selbst, der mittlere Weg des Buddhismus, die chinesische Aufnahme, das Wu wei des Daoismus, das Nicht-Erzwingen. Zen erscheint als diejenige Form, in der diese Stränge zur unmittelbaren Erfahrung werden, nicht zur Schulweisheit. Watts besteht darauf, dass die östliche Philosophie nicht an dieselben logischen Gitter gebunden sei wie die abendländische; was dort als Widerspruch gilt, kann hier Mittel der Befreiung sein. Die Darstellung ist geschichtlich genug, um nicht als bloße Schwärmerei zu erscheinen, und frei genug, um den Leser nicht in Namenlisten zu ersticken.

Der zweite Teil gilt der Übung und den Künsten. Zazen, das Stillsitzen, und das Koan, das widersprüchliche Rätselwort des Lehrers, sollen das rechnerische Ich zum Stehen bringen. Kapitel über Leere und Wunder, über das Nichtstun und über Tusche, Garten und Tee zeigen Zen als Haltung, die in Handwerk und Kunst weitergeht, nicht als Kirchenlehre. Watts knüpft an Daisetz Teitaro Suzukis Vermittlung an und übersetzt sie in die freie, werbende Prosa eines Dolmetschers. Stillsitzen heißt nicht Faulheit, sondern das Abstreifen der Absicht, die jedes Tun in ein Mittel zu einem Zweck verwandelt. Die Künste sind Probe: Wer den Strich oder den Schuss erzwingt, verfehlt ihn; wer ihn geschehen lässt, trifft.

Unsicher wird das Buch, wo die Gegenüberstellung von West und Ost zur Schablone gerät. Die abendländische Philosophie ist nicht nur Logikgitter, und Zen ist nicht frei von Schulen, Rangstreit und Ritual. Watts selbst kam aus der anglikanischen Theologie und blieb ein Übersetzer, kein japanischer Mönch; die Kritik hat ihm vorgeworfen, eine gefällige, für Kalifornien lesbare Fassung anzubieten. Der Ton ist geschmeidig, bildreich, oft überredend. Die Gegenposition, Zen sei ohne die Klosterdisziplin und ohne die Sprache nicht zu haben, kommt nur am Rand vor. Geblieben ist trotzdem eine der wirksamsten westlichen Einleitungen, weil sie Geschichte und Übung in einem Atemzug erzählt.

Einordnung

In den fünfziger und sechziger Jahren hat das Buch einer Generation den Buddhismus als lebbar, nicht nur als exotisch erscheinen lassen. Es steht neben Suzukis Aufsätzen und neben Eugen Herrigels Zen in der Kunst des Bogenschießens, unterscheidet sich aber durch den Anspruch, eine ganze Tradition zu erzählen, nicht nur eine Übung. Nachbarschaft hat es auch zu Robert M. Pirsigs späterem Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten, das den Titel als Anspielung braucht und Zen kaum mehr als Bild. Das Missverständnis der Leser war, nach der Lektüre Zen „zu können“; Watts hat Erfahrung versprochen und eine Darstellung geliefert.

Wer nach 1957 im Westen über Leerheit, Sitzmeditation und die Kritik der Zweckvernunft sprach, sprach oft in Watts’ Sätzen, ohne es zu wissen. Die Rowohlt-Ausgabe hat das Buch in die deutsche Nachkriegsbildung getragen. Es bleibt ein Vermittlungsbuch seiner Zeit: hell, werbend, an den Rändern ungenau – und als Dokument der westlichen Zen-Aufnahme unersetzlich. Die Ungenauigkeit gehört zur Wirkung: Sie hat Türen geöffnet und Missverständnisse festgesetzt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Grok 4.6, xAI). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.

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