Emilia Galotti
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Emilia Galotti |
| Autor(en): | Gotthold Ephraim Lessing
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1772 |
| Schlagwörter: | Hof, Unschuld, Willkür, Vater |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 102 Seiten |
| ISBN: | 9783150000458 |
| Verweise | |
Emilia Galotti ist das Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing, 1772 in Braunschweig uraufgeführt und im selben Jahr gedruckt. Lessing verlegt die römische Virginia in ein italienisches Fürstentum der Gegenwart und zeigt, wie weit die Willkür eines Hofs reicht, wenn das Bürgertum ihm nur die Tugend entgegenzusetzen hat. Das Stück wurde zum politischen Trauerspiel der deutschen Aufklärung, schärfer und kälter als die rührende Miß Sara Sampson.
Inhalt
Prinz Hettore Gonzaga von Guastalla sieht in der Messe die bürgerliche Emilia Galotti und will sie. Der Kammerherr Marinelli kennt das Handwerk des Hofs: was der Fürst begehrt, wird beschafft, und was im Weg steht, wird weggeräumt. Emilia soll an diesem Tag den Grafen Appiani heiraten, der sie auf sein Landgut führen will, weit vom Palast. Der Prinz zögert noch, ein Wort zu sagen; Marinelli zögert nicht. Die verlassene Gräfin Orsina wartet indes auf eine Audienz, die nicht kommt. Claudias Warnung an die Tochter – der Prinz habe sie angestarrt – trifft auf Emilias fromme Unruhe und auf Odoardo Galottis Entschluss, das Haus rechtzeitig zu verlassen.
Auf dem Weg zur Trauung überfallen gedungene Räuber die Kutsche. Appiani fällt; Emilia wird „gerettet“ und auf das Lustschloss Dosalo gebracht, angeblich in Sicherheit, tatsächlich in Reichweite des Prinzen. Claudia folgt der Tochter, durchschaut die Falle und schreit nach dem Vater. Odoardo Galotti trifft auf Orsina, die ihm den Dolch reicht und die Wahrheit: der Überfall war Marinellis Werk, der Prinz will die Braut, nicht die Witwe trösten. Odoardo schwankt zwischen Anklage und Ohnmacht. Ein Bürger kann den Fürsten nicht richten, ohne selbst zum Aufrührer zu werden; ein Vater kann die Tochter nicht lassen, ohne sie dem Hof zu überlassen.
Im Schloss begreift Emilia, dass die Mauern sie nicht schützen. Sie fürchtet nicht nur die Gewalt des Prinzen, sie fürchtet das eigene Blut, „so jugendliches, so warmes Blut“, und bittet den Vater um die Waffe, die Orsina gegeben hat. Lieber tot als verdorben: das ist ihre Sprache, und Odoardo versteht sie als Befehl der Ehre, den der Staat ihm verweigert. Er ersticht die Tochter. Dem Prinzen, der hinzutritt, hält er die Leiche hin – eine Rose, gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert – und überantwortet sich der öffentlichen Gerechtigkeit, die in Guastalla den Namen des Fürsten trägt. Marinelli wird entlassen; die Tat bleibt.
Einordnung
Lessing hat aus Livius’ Virginia kein Historienstück gemacht, sondern ein Hofstück ohne Ferne: die Namen sind italienisch, die Willkür ist die des deutschen Kleinstaats. Die Prosa ist knapp, die Rührung der Miß Sara Sampson ist abgestreift; Mitleid soll in Urteil umschlagen. Die Uraufführung in Braunschweig, unter den Augen eines Hofs, hat das Wagnis nicht entschärft. Schiller hat später denselben Konflikt in Kabale und Liebe ins bürgerliche Zimmer geholt; Goethe stellt in Egmont die fürstliche Gewalt auf die Straße. Neben dem Nathan der Weise bleibt die Emilia Lessings härtestes Wort über die Macht: Toleranz hilft nicht, wo ein Marinelli die Kutsche bestellt. Die deutsche Bühne hat den Dolch des Vaters seither nicht losgelassen, und die Frage, ob Emilia stirbt, weil der Hof sie nimmt oder weil die Tugend sie nicht leben lässt, ist offener geblieben als jede Schuldeutung.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
