Jussi Adler-Olsen (1950–), in Kopenhagen geboren, hat dem nordischen Kriminalroman den Keller gegeben, in dem die Akten liegen, die niemand mehr anfassen will. Das Sonderdezernat Q um Carl Mørck und Assad ermittelt aus Trotz; Erbarmen macht aus der Verwahrung eine Arbeitsstelle.
Leben
Verleger, spät der erste Roman, dann die Reihe, die ihn im deutschen Sprachraum fester setzte als manchen schwedischen Kollegen. Der Umweg war dieses Haus: Adler-Olsen kennt den Betrieb, der Stoffe ablegt, und hat daraus die Moral des Kellers gebaut. Er schreibt grober und komischer als manche Nachbarn, mit Behördensarkasmus und einer Gewalt, die oft aus Amtsstuben kommt, nicht aus der Unterwelt. Er lebt in Dänemark; Fernsehfolgen und Filme haben Mørck Gesichter gegeben, ohne den Keller zu schließen.
Wirkung
Adler-Olsen hat den Kriminalroman um den Kältefall und um das ungleiche Paar erweitert. Q ist keine Elite, sondern ein Abstellraum, der sich als Gewissen aufführt. Schändung zeigt, wie Herkunft schützt, was sie anrichtet; Erlösung führt zur Flaschenpost und zu entführten Kindern; Verachtung holt die Insel Sprogø in den Roman, auf der Dänemark Frauen internierte und zur Unfruchtbarkeit zwang; Erwartung lässt einen Jungen ohne Papiere durch Kopenhagen laufen. Die Kritik lobt Tempo und Figur oder tadelt Länge und Formel; beides ist in der Reihe ausgeprägt.
dtv hält die Fälle als Taschenbücher; die Bildfolgen haben Figuren verschoben. Wer den skandinavischen Krimi nur als Regen und Stimmung kennt, hat Verachtung nötig: Hier ist die Landschaft eine Anstalt, und die Anstalt hat Stempel. Das Erbarmen des Titels ist knapp; es reicht, eine Frau aus dem Wasser zu heben, nicht, ihr die Jahre zurückzugeben. Q bleibt Resteverwertung, die gelegentlich Lebende herausholt.
Werke
- Erbarmen (2007)
- Schändung (2008)
- Erwartung (2012)
- Verachtung (2010)
- Erlösung (2009)
In Auswahl außerdem: Verheißung, Opfer 2117, Natrium Chlorid.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.