Minna von Barnhelm

Gotthold Ephraim Lessing · 1767 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Minna von Barnhelm
Autor(en): Gotthold Ephraim Lessing


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1767
Schlagwörter: Ehre, Liebe, Siebenjähriger Krieg, Lustspiel
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 96 Seiten
ISBN: 9783150000106
Verweise


Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück ist das Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing, 1767 gedruckt und im selben Jahr am Hamburger Nationaltheater uraufgeführt. Nach dem Siebenjährigen Krieg prüft Lessing in einer Berliner Gaststube, was von der soldatischen Ehre übrig bleibt, wenn der Frieden die Rechnung aufmacht. Das Stück wurde sein größter Bühnenerfolg und das Muster der deutschen Komödie, die den Ernst nicht aussperrt.

Inhalt

Im Wirtshaus sitzt Major von Tellheim, preußischer Offizier, abgedankt und verdächtig. Man wirft ihm vor, sächsische Stände erpresst zu haben; in Wahrheit hat er aus eigener Tasche vorgestreckt, damit die Besiegten zahlen konnten, und hält die Quittung für ehrenrührig, sobald man sie als Bestechung liest. Der Wirt hat ihm das bessere Zimmer genommen und den Verlobungsring als Pfand; der Diener Just bleibt treu aus Trotz, der Wachtmeister Werner bietet Geld und wird abgewiesen, weil Tellheim keine Wohltat annehmen will, solange der König ihn nicht gereinigt hat. In dieses Haus kommt Minna von Barnhelm aus Sachsen, mit der Kammerzofe Franziska: sie sucht den Mann, der sie nicht mehr heiraten zu dürfen glaubt.

Minna erkennt den versetzten Ring und damit Tellheims Nähe. Als er ihr begegnet, spielt er den Verlorenen: ohne Ehre, ohne Vermögen, kein Bräutigam für eine Dame seines Worts. Sie lässt sich auf die Logik der Ehre ein und verdreht sie. Erst hält sie ihm vor, dass Liebe die Rechnung nicht führt; dann gibt sie vor, der Onkel habe sie enterbt, sie selbst sei nun die Mittellose, der er beistehen müsse. Tellheim, der eben noch um seiner Würde willen verzichtet hat, kann um ihrer Würde willen nicht verzichten. Dazwischen mischt sich Riccaut de la Marlinière, ein Glücksspieler mit gebrochenem Deutsch, der die Höflichkeit der großen Welt als Münze ausgibt, und Werner, der Franziska umwirbt, während Just die grobe Treue gegen die feine setzt.

Ein königliches Schreiben stellt Tellheims Ehre und sein Vermögen wieder her. Minna spielt die Komödie noch einen Atemzug weiter, lässt den Ring als gebrochen erscheinen und zwingt ihn, die Starrheit zu sehen, mit der er das Glück aus Prinzip zurückwies. Dann tritt der Graf von Bruchsall ein, ihr Onkel, und die Täuschung fällt. Tellheim nimmt sie, Werner nimmt Franziska; der Frieden, der den Major fast zerstört hätte, gibt dem Haus ein Paar, das den Krieg hinter sich hat, ohne ihn zu vergessen. Die Lösung ist heiter, aber sie ist verdient: niemand wird belohnt, der die Ehre für unantastbarer hielt als den Menschen, dem sie gelten sollte.

Einordnung

Lessing hat dem deutschen Lustspiel die Gegenwart gegeben: nicht Typen der Harlekinade, sondern Offizier und sächsische Braut nach einem wirklichen Krieg, in einer Sprache, die witzig bleibt, wo das Pathos lügen würde. Die Hamburger Uraufführung machte das Stück zum festen Spielplan; Friedrich II. erkannte sich im königlichen Brief nicht ohne Grund. Neben Miß Sara Sampson und Emilia Galotti steht Minna als die Probe, dass die Aufklärung auch lachen kann, ohne die Prüfung aufzugeben; der Nathan der Weise wird denselben Ernst ins Märchen heben. Die spätere deutsche Komödie hat dieses Wirtshaus nicht hinter sich gelassen: nicht weil es versöhnlich endet, sondern weil es die Ehre so lange ernst nimmt, bis sie sich selbst widerspricht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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