Studien zur Ethnomethodologie
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Studien zur Ethnomethodologie |
| Autor(en): | Harold Garfinkel |
| Originaltitel: | Studies in Ethnomethodology |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1967 |
| Schlagwörter: | Alltagswissen, Indexikalität, Ordnung, Krisenexperiment |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Soziologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Campus
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| Umfang dieser Ausgabe: | 288 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Studien zur Ethnomethodologie ist der deutsche Titel von Harold Garfinkels 1967 erschienenem Buch Studies in Ethnomethodology. Garfinkel, Schüler Parsons’ und Leser Schütz’, kehrt die Frage um: Nicht wie Ordnung die Menschen hält, sondern mit welchen alltäglichen Verfahren die Menschen Ordnung als gegeben herstellen. Ethnomethodologie meint die Methoden der Leute, nicht eine neue Fachmethode über ihren Köpfen. Campus hat den Begriff im deutschen Lehrplan gehalten; vollständige Übersetzungen kamen spät.
Inhalt
Garfinkel behauptet, dass die Soziologie das Alltagswissen der Mitglieder voraussetzt und es zugleich als ungenau abtut. Genau dieses Wissen – wie man einen Satz ergänzt, eine Warteschlange erkennt, eine Akte als dieselbe Person liest – sei das eigentliche Objekt. Indexikalität heißt: Ausdrücke zeigen auf Umstände, die man nicht in den Satz schreiben kann; trotzdem verstehen wir uns, weil wir nachträglich festlegen, »was gemeint war«. Das dokumentarische Verfahren deutet Einzelnes als Hinweis auf ein zugrundeliegendes Muster und das Muster am Einzelnen: so arbeiten Juristen, so arbeiten Eheleute, so arbeitet die Zunft, ohne es zu sagen.
Die Krisenexperimente machen das sichtbar, indem sie es zerstören. Studenten verhalten sich zu Hause wie Untermieter, bestehen auf wörtlicher Klärung von Höflichkeiten, spielen Schach nach verweigerten Selbstverständlichkeiten. Die Empörung der anderen ist der Befund: Ordnung ist Arbeit, und wer die Arbeit einstellt, gilt als unverschämt oder wahnsinnig. Studien über Geschworene, über die Kodierung von Krankenakten, über die »Agnes«-Untersuchung zur Geschlechtszugehörigkeit als alltagsweltliche Leistung: immer die Pointe, dass Fakten nicht daliegen, sondern in Verfahren festgemacht werden. Der Ton ist eigen, oft sperrig, absichtlich gegen den Glättungswillen des Lehrbuchs. Garfinkel schreibt nicht, um Parsons zu widerlegen, sondern um zu zeigen, was Parsons’ Handelnder schon können muss, bevor das System ihn integriert.
Unsicher ist die Abkehr von Struktur. Wer nur Verfahren sieht, kann Macht zu einer lokalen Täuschung machen; die Kritik hat das als Verweigerung der Herrschaftsfrage gelesen. Garfinkel hat geantwortet, ohne Verfahren keine Herrschaft, die jemand erleidet. Die Schule ist klein geblieben und einflussreich in der Konversationsanalyse, der Wissenschaftsforschung, überall wo Praxis ernst genommen wird. Wer Ethnomethodologie nur als Kuriosum der sechziger Jahre kennt, unterschlägt, dass ohne sie der Alltag wieder zum Rest würde, den die große Theorie voraussetzt und nicht erklärt.
Einordnung
Das Buch hat die amerikanische Soziologie gezwungen, das Selbstverständliche als Leistung zu sehen. Es steht gegen Parsons’ Die Struktur sozialen Handelns als Blickwechsel, nicht als bloße Absage, und neben Goffmans Asyle als zweite Ethnographie der Verfahren – hier das Labor des Alltags, dort die Anstalt. Wer Ordnung nur als System kennt, trifft hier die Bastelarbeit, ohne die kein System läuft.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.